In einem Mix aus Roadmovie, Krimi und beschwingte Komödie offenbart Regisseur Elmar Fischer, dass man auch mit Vorzeigemimen im Gepäck kaum gegen Pendants aus Hollywood ankommen kann, wenn das Skript wie ein unausgegorenes Sammelsurium daherkommt: Typisch deutsch, typisch humorlos.
Meike (Nora Tschirner) hat das Dorfleben in Geilenkirchen satt, obgleich sie als Juniorchefin finanziell abgesichert ist. Als sie einen Jeep ersteigert und von einer Offroad-Tour durch die Sahara träumt, kommt ihr der Fund von 50 Kilo Kokain in ihrem neuen Vehikel dazwischen.
Nach einem fehlgeschlagenen Deal hilft ihr Selim (Elyas M'Barek) wieder auf die Beine, mit dem sie kurz darauf nach Berlin reist. Doch die drei eigentlichen Besitzer sind dem Paar stets auf den Fersen...
Fischer konnte mit seinem durchdachten Kinodebüt "Fremder Freund" überzeugen, doch hier mangelt es deutlich an frischen Ideen und Figuren mit Tiefgang, - selbst die müde wirkenden Off-Kommentare von Meike untermauern das lasche Drehbuch.
Etwas Beziehungsgedöns mit Multikulti, Berlin als Hauptschauplatz und ein an sich flottes Erzähltempo vermögen kaum kaschieren, wie bieder und altbacken der Stoff über weite Teile vorgetragen wird.
Wie ein harmloses Relikt der Achtziger mutet der Stoff teilweise an, als die drei Gauner, welche eigentlich eine Werbeagentur betreiben, beim Aufspüren des Wagens von einem Fettnäpfchen ins nächste tappen und Landei Meike aus unerfindlichen Gründen plötzlich zur coolen Großstadt-Powerfrau mutiert. Selim bringt zwar phasenweise ein wenig Ironie ins Spiel, doch mehr als ein leichtes Schmunzeln kommt nicht dabei heraus.
Das sympathische Zusammenspiel von Tschirner und M'Barek unterhält zwar in Ansätzen und solide wird auch in Nebenrollen von Leuten wie Axel Milberg, Dominic Raacke oder Maximilian von Pufendorf performt, doch der Funke will nie so recht überspringen, da es der Erzählung deutlich an Schwung und Überraschungen mangelt. Schlimmer noch: Im letzten Drittel ist das Handeln einzelner Figuren kaum mehr nachvollziehbar, was schließlich wie reine Willkür anmutet und folgerichtig jede Form von Empathie schwinden lässt.
Das vermeintliche Happy End fördert letztlich nur noch Achselzucken zutage.
"Offroad" wirkt tatsächlich wie neben der Spur: Die wenige Action geizt mit Schauwerten, der latent seichte Humor und die wenige Situationskomik retten nur wenig und trotz brauchbarer Mimen und okayer musikalischer Untermalung kommt die kaum erinnerungswürdige Melange aus Beziehungskomödie und Krimi-Groteske nie so recht in Gang.
Knapp
4 von 10