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Zombiefilme ähneln sich. Manchmal sogar so sehr, dass man bestimmten Streifen keine detaillierte Handlung mehr zuordnen kann, da es stets um eine Handvoll Überlebender innerhalb einer Apokalypse geht, die oftmals von menschlichen Rivalen attackiert werden.
Dass die Handlung des Streifens vage auf der Basis eines Comics von Steve Niles („30 Days of Night“) basiert, ist beileibe kein Garant für sonderliche Abwechslung, - im Gegenteil, denn bis auf wenige Augenblicke bleibt im Nachhinein kaum etwas Markantes hängen.

Eigentlich sollte das Ende des Atomzeitalters aufgrund einer neuartigen Erfindung eingeläutet werden, doch der Schuss geht sprichwörtlich nach hinten los, da sich der Großteil der Menschheit in blutrünstige Zombies verwandelt und ein paar wenige Überlebende in einem Kasino in Reno, Nevada erst einmal realisieren müssen, was da draußen eigentlich vor sich geht…

Das sichtlich eingeschränkte Budget ist nicht das eigentliche Problem des Streifens, obgleich diverse CGI-Explosionen und ein Auto-Crash nicht sonderlich vorteilhaft in Szene gesetzt sind.
Schwierig ist auf Dauer vielmehr die mangelnde Originalität der Handlung, welche sich lediglich aus altbekannten Mustern zusammensetzt ist und zudem die Fehler begeht, welche zahlreiche Genreproduktionen davor begangen. Das Feld der Protagonisten ist eindeutig zu mager, daraus gehen wiederum zu wenig interessante Figuren hervor und demgegenüber gibt es zu viele Unsympathen, die das Treiben trotz kleiner Humorschübe wieder neutralisieren.

Die Zankereien zwischen Groupier und Trinker Tom und der zickigen Kellnerin Tori ermüden auf Dauer, die übrigen Randfiguren tragen kaum zur Handlung bei und als eine zweite Gruppe zur vermeintlichen Hilfe naht, ist Ärger bereits vorprogrammiert.
Immerhin vermag der Schauplatz des Kasinos für Abwechslung zu sorgen, einige stimmige Aufnahmen von umhergeisternden Zombies in der zerstörten Stadt transportieren eine glaubhafte Endzeitstimmung und auch ein paar pfiffige Einfälle wie ein rollender Metallkäfig als Isolationsschutz oder ein ferngesteuertes Auto zur kurzfristigen Ablenkung setzen positive Signale.

Die Zombies agieren indes nach Schema X, denn die meistens lieblose Maske kann genauso wenig überzeugen wie die Bewegungen der Infizierten, zumal sich einige klassisch lahm, andere wiederum recht flink bewegen. Auch der Blutgehalt ist nicht sonderlich hoch: Hier und da ein paar Fressszenen aus der Distanz, mal ein abgetrennter Finger, ein paar blutige Einschüsse, ein aufprallender Körper auf Beton und ein Stab durch den Kopf sehen immerhin brauchbar aus.

Letztlich liefern die meisten Darsteller ordentliche Performances ab, die dazugehörige Synchro ist hingegen partiell unbrauchbar, der Score arbeitet passabel und insgesamt retten viel Bewegung und ein insgesamt flottes Erzähltempo die uninspirierte Chose ein wenig, bei der man auf originelle Grundideen bis zum Schluss vergeblich wartet.
„Remains“ bietet somit Stoff für Puristen und Komplettisten des Zombiegenres, durchschnittliche Horrorfreunde können ihn von daher bedenkenlos auslassen und verpassen damit wahrlich nichts Bahnbrechendes.
5 von 10

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