Inhalt:
Irgendwo in China, während der manchurischen Dynastie. Eine Gruppe junger Männer beobachtet den Kampf zweier männlicher Grillen..., es wird auf den Sieg eines dieser Tiere gesetzt. Und es kommt zum Streit und zur physischen Auseinandersetzung.
Dabei kommt einer der Männer zu Tode. Und dessen Angehörige sehen die Schuld daran bei Fong Hsi-Yu (Meng Fei), der die Stätte der Auseinandersetzung arglos verlässt, letztendlich wurde in Notwehr gehandelt.
Der Tote war der beste Schüler einer KungFu-Schule, die von dem skrupellosen und brutalen "Iron Hand" Tan (Yasuaki Kurata) und dessen Bruder (Wang Ching) geführt wird. Beide -die auch als Hehler und Mörder verbrecherisch handeln und leben- wollen den Tod ihres Schülers rächen.
Dazu suchen sie die Schule der Fongs auf..., Fong Hsi-Yu ist selbst Schüler des KungFu in einer Schule, die von seiner Mutter (Pa Hung) geleitet wird. Als die Tan-Brüder auftauchen, ist jedoch Fong nicht vor Ort..., und beim nun folgenden Kampf wird sein Vater (Sze-Ma Wah-Lung) getötet..., seine Mutter wird schwer verletzt.
Fong Hsi-Yu schwört, den Tod seines Vaters zu rächen..., doch ist er noch nicht stark genug. So wird ihm verschwiegen, wer seinen Vater tötete.
Doch letztendlich erfährt Fong, wer die Verantwortlichen sind..., und sucht sofort den Kampf mit den Tan-Brüdern.
Erwartungsgemäß verliert Fong diese Auseinandersetzung..., nur durch das Eingreifen seiner Mutter, die die Polizei verständigen konnte..., bleibt Fong schwer verletzt am Leben.
Nunmehr setzt ein intensives Training ein..., Mutter Fong setzt alles daran, Fong fit zu machen. Mit dabei ist auch Siu Pin (Maggie Lee)..., die zuvor den Tan´s dienen wollte, sich jedoch den Fongs anschließt..., sie ist klammheimlich in Fong verliebt und wird diesem eine gute Freundin.
Es kommt zu einem weiteren Kampf zwischen Fong und den Tan-Brüdern..., diese sind fast unbezwingbar, und Fong kann mit knapper Not auch hier wieder überleben.
Nunmehr intensiviert Mutter Fong das Training Fongs..., dem Mann fehlt es noch an Skrupellosigkeit. Und so will Fong´s Mutter aus ihrem Sohn eine gnadenlose Kampfmaschine machen...!
Letztendlich fordert Fong die Tan-Brüder zu einem offiziellen, öffentlich ausgetragenen Kampf auf Leben und Tod heraus. Da Fong´s Mutter erkrankt, verschiebt sich dieser Kampf zwar...., doch schließlich kommt es zu dieser mit äußerster Brutalität durchgeführten Auseinandersetzung.......
Fazit:
Der Regisseur "Ulysses" Au-Yeung Jun drehte einst seine Trilogie über den chinesischen Kampfkunst-Helden Fong Shi-Yu (aka Fong Hsi-Yu aka Fong Sai Yuk)...., alle mit Meng Fei in der Hauptrolle, und dieser vorliegende Streifen "The prodigal boxer" machte 1972/73 den Anfang.
So wie wohl Au-Yeung Jun sich hinsichtlich des 3. Streifens "The secret of the shaolin poles" (siehe mein Review auf dieser website) an dem Film "Heroes two" ("Die tödlichen Fäuste der Shaolin", siehe mein Review auf dieser website) orientierte, den Chang Cheh zuvor für die Shaw Brothers inszenierte, so hat sich denn wohl Chang Cheh selbst später für seinen Eastern "Shaolin avengers" ("Shaolin - Die Rache mit der Todeshand", siehe mein Review auf dieser website") diesen Streifen hier, "The prodigal boxer" zum Vorbild genommen.
Ein weiblicher Sifu, die eigene Mutter des Helden, das Kräuterbad für den Helden, der öffentliche Kampf auf einer podestartigen "Bühne"...., das erinnerte hier doch alles sehr stark an Chang Cheh´s KungFu-Hit mit Chi Kuan Chun und Alexander Fu Sheng in den Hauptrollen.
"The prodigal boxer" ist ein einfacher, aber handwerklich gut gemachter Eastern..., der sich in der letzten halben Stunde zu einem echten KungFu-Hit entwickelt..., den Au-Yeung Jun im Jahre 1972/73 für das taiwanesische Label "South Sea Films" realisierte.
"Du hast meinen Vater getötet. Stirb!"..., ja, wie oft hat man das innerhalb eines Eastern verfilmt? Wohl ungezählte male..., ein junger Mann will den Tod seines Vaters rächen, die Mörder sind schier unbezwingbar, der junge Mann muss KungFu bis zum Exzess trainieren...., und geht dann seine Rache an, fertig.
Genau darum geht es hier...., und dieser x-mal verfilmte Stoff wird hier sauber abgearbeitet. Ein reiner Unterhaltungsfilm...., ein KungFu-Actioner, mit vielen Fights und einfachem Plot. Das ist das, was der Fan des Genres sehen will, und die Regie setzt das ohne große Umschweife um.
Ja mein Gott..., jetzt werden manche wieder, allen voran die Hollywood-Jünger, diese Einfachheit einer Rache-Storyline kritisieren. Ja, womöglich die selben Leute, die nach dem Kino-Besuch von "Vanilla Sky" sagen: "Ich hab das nicht verstanden.". Tja, also ich kenne keinen, der diesen Streifen mit Tom Cruise kapiert hat, und selbst die Befragung von Menschen mit akademischem Abschluss verlief hier negativ. Also ich will unterhalten werden, wenn ich einen Film sehe. Dazu ist mir ein einfacher, schlüssiger Plot lieber, als etwas wo ich hinterher sage: "Häääähhh???"
Kann man nachvollziehen, oder?
Au-Yeung Jun vergisst aber nicht, die eine oder andere Nuance zu setzen. Dafür sorgen die beiden weiblichen Akteure, Maggie Lee und Pa Hung. Letztere gibt einen weiblichen Sifu, das hat man nicht oft. Natürlich ist sie eine strenge Kampf-Lehrerin..., doch auch Mutter, so ist sie denn voller Sorge um ihren Sohn..., und ist hin und her gerissen in ihrer Psyche und dem Wechselspiel..., Mutter auf der einen Seite, Sifu auf der anderen, dabei ihrem Sohn auch eine gewisse Gnadenlosigkeit vermittelnd, was als Mutter des Schülers sicher nicht so einfach ist.
So ist denn Pa Hung fast so etwas wie der heimliche Star in diesem Eastern..., zumindest darstellerisch verlangte diese Rolle von ihr am meisten von allen anderen ab. Und Pa Hung agiert hier bravourös. Zudem ist sie bildhübsch..., dass sie hier einen erwachsenen Sohn hat, würde man so nicht glauben.
Maggie Lee ist die gute Freundin des Helden..., eher platonisch, obwohl sie wohl schwer verliebt ist. Doch sie weiß..., sie darf den Helden nicht ablenken..., damit er seine Rache letztendlich stringent angehen kann. Maggie spielt das sehr gut..., eben nicht übertrieben..., fast etwas hintergründig.
Aber natürlich steht hier Meng Fei im Zentrum dieses Actioners. Er verschmilzt mit der Rolle des chinesischen KungFu-Helden. Während er in "The secret of the shaolin poles" als Alexander Fu Sheng-Verschnitt agiert, setzt er hier ganz eigene Akzente. Er spielt das ernsthaft...., obgleich Fong Hsi-Yu ja auch immer ein lockerer Typ ist, doch hier geht es darum, den Tod des Vaters zu rächen...., also auch für Meng Fei eine Rolle im Wechselspiel.
Aber auf große Mimik kam es in dieser Rolle natürlich nicht an. Fong wird zu einer Kampfmaschine..., und Meng Fei beweist, dass er ein KungFu-Fighter ist, darauf kam es an!
Dann haben wir noch die Villains, in diesem Eastern, der ohne große Personen-Fülle auskommt.
Yasuaki Kurata ist der sehr leicht reizbare, eisenharte Villain, ohne viele Worte..., aber rigoros in der Durchsetzung eigenster Interessen. Und er ist ein kompromissloser KungFu-Fighter, ist ja klar.
Wang Ching ist sein Bruder im Film und Sidekick als Villain. Auch er hat die Mordlust im Gesicht...., und ist natürlich willfähriger Scherge seines Bruders.
Dieser Eastern ist eine kostengünstige Produktion..., auf die saubere Abarbeitung einer einfachen Rache-Story und die KungFu-Action kam es hier an. So ist denn die Atmosphäre nüchtern und schnörkellos. Doch ist eine spannende Eastern-Atmosphäre insgesamt gegeben..., auch mit einigen Außen-Aufnahmen beispielsweise als Meng Fei reitet... oder am Ufer eines Gewässers.
Mir gefiel von den Sets aber insbesondere die Ausbildungsstätte, in der Mutter Fong ihren Sohn in KungFu trainiert. Eigentlich "Open Air", doch ist dies im Studio gedreht...., wirkt etwas surreal dadurch..., und hatte echt einen Hauch von Shaw Brothers!
Dann im Finale..., die podestartige Bühne..., auf der Kämpfe auf Leben und Tod öffentlich ausgetragen werden. Das wirkte im Shaw-Streifen "Shaolin - Die Rache mit der Todeshand" in den Sets der Shaw Brothers etwas atmosphärischer, doch einen Hauch davon, kann die Regie und dieses Set denn doch einfangen.
Das Wichtigste, ist natürlich die KungFu-Action. Es sind reelle, knallharte KungFu-Fights..., die Eleganz und die Akrobatik, die KungFu ja mitunter ausmachen können, sie geht hier abhanden. Doch so wird richtig gekämpft, das ist reelles KungFu.
In der letzten halben Stunde werden die Fights technisch ausgefeilter, wohl auch, um zu zeigen, dass sich Meng Fei´s Figur hier im KungFu stark entwickelt hat.
Mir gefiel die KungFu-Action, so wird richtig gefightet..., die Kämpfe sind knallhart und dynamisch..., und wirken mit der Zeit immer brutaler, da auch die Intensität zunimmt, so wie auch der Hass, den Meng Fei hier gegen seine Widersacher entwickelt.
Höhepunkt ist natürlich der Show-Down..., hier wird gnadenlos gefightet und es wird blutig.
"The prodigal boxer"...., ein einfacher KungFu-Actioner, keine große Kunst..., aber ein harter, kerniger Eastern für Fans des Genres.
7,5/10.