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Mutiert Danny Trejo am Ende doch noch zum Charaktermimen für Dramen mit Tiefgang? Nach seiner ersten Hauptrolle in „Machete“ darf dies grundlegend verneint werden, denn der viel beschäftigte Mime bekommt die emotional betonten Momente immer noch nicht so recht hin. Regisseur Craig Moss weiß allerdings, wie er den ehemaligen Häftling in Szene zu setzen hat und beweist außerdem ein Gespür für herrlich altmodisch inszenierte Action.

Trejo mimt den Vietnam-Veteranen und Hot-Dog-Verkäufer Frank Vega, der eines Tages im Bus zwei Skinheads aufmischt. Das dazugehörige Video kursiert kurz darauf im Internet und Frank wird zum gefeierten Helden im kriminellen Moloch von LA und darf sogar in Streifenwagen mitfahren. Als jedoch sein bester Freund auf der Straße erschossen wird und die Cops keine Ergebnisse liefern, macht sich der „Teufelskerl“ selbst auf die Suche nach den Tätern…

Viele kennen wahrscheinlich das populäre Video auf einer bekannten Videoplattform des so genannten Epic Beard Man. Auf diesem Clip beruht im Grunde die komplette Geschichte, die mit einer simplen Rache-Story angereichert wurde, welche die Klischees vom korrupten Bürgermeister und den ruchlosen Schergen genauso wenig ausklammert, wie einige bewusst überzogene Szenen des knallharten Helden mit weichem Kern, der noch nicht einmal weiß, was ein USB-Stick ist, wohl aber, dass sich die fiesen Schurken selbigen in den A…. stecken können.

Ein eigenwilliger Charme durchzieht die Chose, man weiß im Vorfeld einer Sequenz wie diese enden wird und doch ist die Szenerie stets mit Augenzwinkern und einer gesunden Portion Selbstironie ausgestattet. Kommt Frank zum Pfandleiher und drei krumme Burschen planen einen Überfall, ist der Ausgang ebenso klar, wie die hübsche Nachbarin vorm prügelnden Ehemann zu beschützen, - schließlich muss so ein Haudegen auch ein Love Interest haben, um es zum Finale vor den Bösewichten zu schützen.

Gut, die Hip-Hop-Einlagen über „Bad Ass“ driften definitiv ins Peinliche ab und Ron Perlman als reines Marketing aufs Cover zu packen, der hier höchstens fünf Minuten zu sehen ist, ist genau so frech, wie die Hatz mit zwei Linienbussen direkt aus „Red Heat“ reinzukopieren. Doch diese sekundären Mankos fallen bei der Hommage an die gute alte Zeit der schnörkellosen Actioner nicht sonderlich ins Gewicht.
Denn Laune macht der Streifen in vielerlei Hinsicht.

Ob sich Frank für ein Rendezvous extra rausputzt, der Sohn der Nachbarin stets aufs Alter des Helden anspielt oder Basketball-Poser vorgeführt werden, - in Sachen Selbstjustiz schlägt die Erzählung genauso dubiose Pfade ein wie er es in ethnischen Aspekten schafft, nicht völlig auf die schiefe Bahn zu geraten, denn dem einen oder anderen Moralapostel wird hier gehörig auf den Schlips getreten.

Darstellerisch erwartet den Betrachter gewiss nicht eine Glanzleistung und storytechnisch bleibt es eher mau, wie auch die Choreographie keinerlei innovative Impulse setzen will, denn „Bad Ass“ ist ein schlichter Film für schlichte Gemüter, die sich an einem Freitagabend nach einer arbeitstechnisch anstrengenden Woche einfach mal sinnfrei und mit etwas Humor und einige One-Linern berieseln lassen wollen und dabei auch noch etwas Nostalgie geliefert bekommen.
Die Nachbarin heißt übrigens Amber Lamp und die Videoplattform wird für einige Szenen als YouView sichtbar…, noch Fragen?
7 von 10

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