kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.03.2013
Ein Film, so unfreiwillig komisch, dass man die Unfreiwilligkeit schon wieder in Zweifel ziehen muss. Alleine der Umstand, dass Trejo zum "Bad Ass" hochstilisiert wird, weil er im Bus zwei Nazis fertigmacht, die einem alten Mann den Sitzplatz nehmen wollen ("The Specialist" lässt grüßen), gereicht kaum noch dem Anspruch einer Kritik an "Youtube" und Konsorten (der Vorfall wird über ein solches Medium verbreitet) - zu albern scheint die gesamte Anlage des Films. Und es wird nur schlimmer: der alte Mann scheint unbesiegbar wie Bud Spencer zu seinen besten Zeiten und kriegt mal eben problemlos eine hübsche, junge, alleinstehende Nachbarin ins Bett - mit Hilfe eines babyblauen Smokings und eines Blumenstraußes. Mißt man Filme nach ihrer Authentizität, überragt "Bad Ass" "Machete" um ein Vielfaches - zwischen Putzigkeit und Fremdscham erregt der Kampf eines alten Veteranen gegen den modernen Vorstadtkleinkrieg viele Emotionen, inwiefern diese aber intendiert waren, steht in den Sternen. Auf bizarre Art ein fragwürdiges Vergnügen, aber man muss eine Portion Mitleid für alle übrig haben, eine extragroße für Trejo. "Bad Ass", ein Film wie die erste Staffel Dschungelcamp: Handlungstrash und keine Sicht auf das Dahinterliegende.
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