Review

Inhalt: 

Tokyo 1974. Ein ehemaliger Police-Comissioner kann der immer weiter ausufernden Drogen-Kriminalität nicht mehr weiter tatenlos zusehen.

Die Yakuza-Gang von Mario Mizuhara (Masahiko Tsugawa) ist die bedeutendste der Drogen-Banden, die über Kontakte zur Mafia in New York verfügt, und den Rauschgift-Handel über die Tochter eines südamerikanischen Botschafters mittels Deckung durch deren diplomatische Immunität fast ungestört abwickeln kann. Nachdem bei einem versuchten Zugriff der Polizei 6 Beamte brutal getötet wurden muss dringend gehandelt werden. 

Hierzu engagiert der Ex-Cop den Ninjutsu- und Karate-Fighter Ryuichi Koga (Sonny Chiba), der durch seinen Großvater die Techniken der Ninja erlernte, sowie den eiskalt agierenden Auftragskiller Hayato (Makoto Sato) und den zum Tode verurteilten Mörder Ichiro Sakura (Eiji Go). Dieser wird durch Koga aus dem Gefängnis befreit, so vor der Hinrichtung bewahrt und nunmehr zu diesem Trio gehörend. Unterstützt werden die 3 Fighter und der Ex-Cop durch dessen Nichte, die bildschöne und taffe Emi (Yutaka Nakajima)! 

Die Männer trauen sich indes untereinander nicht und sind charakterlich sehr verschieden. Dennoch müssen sie sich zusammenraufen und aufeinander verlassen. 

Es kommt zu einigen Kämpfen, und den Gangstern kann eine Drogen-Ladung aus Hongkong abgenommen werden. Die Yakuzas wollen jedoch nunmehr Rauschgift im Wert von sage und schreibe 20 Billionen Yen ins Land schleusen, und sich dieses Geschäft nicht vermasseln lassen. Daher werden aus den USA so überhebliche wie gefährliche Killer wie Blazer Nishiyama (Shozo Saijo) und "Lone Wolf" (Rikiya Yasuoka) mit entsendet!

Die Situation spitzt sich zu und für die 3 wird es immer enger. Als Koga mit Gas betäubt wird und in die Hände der Yakuzas fällt, scheint die Lage aussichtslos und die Mission vor dem Scheitern zu stehen. Bei einer Party soll der durch die Betäubung benommene Koga zur Belustigung der Gäste brutal misshandelt werden. Aber Koga kommt wieder zu sich. Es kommt nunmehr gegen alle Mizuhara-Yakuzas und deren Schergen zum gnadenlosen Endfight...! 

Als Hayato und Sakura sowie als Verstärkung ein junger und verwegener Sifu (Yasuaki Kurata) der "Nihon Shinden Kempokan"-School endlich am Ort des Kampfgeschehens eintreffen, kommt die blutig-brutale Karate-Schlacht erst so richtig in Schwung...! 

Kritik: 

Endlich ist diese DVD und somit der von mir lange begehrte Film in meinem Besitz! 

Im Jahre 1974 drehte Regisseur Teruo Ishii für die Studios von "Toei" in Japan diesen insgesamt recht unterhaltsamen und actiongeladenen Sushi-Eastern mit einfacher Story, hell-klaren Bildern und als Vehikel für Karate-Superstar Sonny Chiba. Chiba, Mitte der 1970er Jahre vor allem durch das "Steetfighter"-Serial (siehe meine Reviews auf dieser Webseite) mit einem prallen Lauf, konnte mit "The Executioner" an diese Erfolge nahtlos anknüpfen, und bietet hier einmal mehr eine typische Performance als DAS Karate-Raubein Japans schlechthin. 

Dieser Karate-Actioner hat letztlich dieselben Zutaten, die auch die "Streetfighter"-Filme Chibas auszeichneten und fährt somit im selben Fahrwasser dieser Erfolgs-Filme. War Chiba indes als "Streetfighter" der einsame, harte Kämpfer -und hart-unerbittlich und raubeinig ist seine Figur auch hier- so stehen ihm in diesem Streifen 2 Fighter zur Seite: Makoto Sato als stoisch-kalter Auftragskiller und frisch aus dem Knast vor der Hinrichtung bewahrt... Eiji Go, ein verurteilter Mörder. Zusammen sind sie das Karate-Triumvirat dieses Sushi-Eastern, der als reiner Unterhaltungsfilm und Actioner im Kampf gegen Drogen-Gangster an den Kino-Kassen reüssieren konnte. 

Ein für Sonny Chiba typischer Karate-Actioner, der seinen Ruf als "Bruce Lee Japans" weiter festigte.

Die Dreier-Konstellation ist interessant und lockert das Streetfighter-Schema etwas auf, zumal die 3 Figuren recht unterschiedlich, aber alle irgendwie doch als cool-arrogante Draufgänger -jeder auf seine Art- gezeichnet sind. 3 Fighter werden engagiert, es geht mal wieder gegen comicartig verzerrte Villains, Splatter-Momente gehören unbedingt dazu, und alles läuft unvermeidlich auf den langen, übermäßig blutig-brutalen Show-Down zu. 

Soweit so gut, die einfache Story läuft bis zur Mitte hin auch flüssig ab, jedoch wird es ab dann leider etwas inkohärent-sprunghaft, setzt die Regie zu sehr auf immer pausenlosere -was die Kohärenz der Handlung etwas ins Hintertreffen geraten lässt- Fightaction. Das hätte etwas zusammenhängender, klarer inszeniert sein müssen, oder sollen. Denn was zählt ist eben vor allem die Karate-Action, so sieht man als Fan Sonny Chibas und seiner Filme denn wohl etwas leichter darüber hinweg. 

Das ist denn das einzige Manko, was aber durch den letztlich ja schlüssigen, unvermeidlichen Mega-Showdown noch ausgebügelt wird. 

Sonny Chiba agiert ala "Streetfighter", das wollen seine Fans so von ihm sehen, der cool-taffe und raubeinig-arrogante Draufgänger und Womanizer, die Karate-Kampfsau Chiba. Typisch Sonny, und Japans Action-Superstar spult seine Rolle gekonnt-routiniert runter. 

Makoto Sato als stereotyp-eiskalter und abgeklärter Auftragskiller stets im nobelsten Anzug, gestärktem Edel-Hemd und Krawatte, agiert auch er solide-routiniert. Irgendwie Gegenpol ist hier Eiji Go, der die Dinge eher laxer und schnoddriger angeht, sein Spiel geht ebenso in Ordung. 

Die Villains sind für einen typischen Karate-Actioner mit Sonny Chiba einmal mehr comicartig verzerrt und müssen letztlich als Kanonen-Futter dienen. Arrogant auftretend im edlen Zwirn, und dann von Sonny Prügel beziehend, nebst rausgehauener Augäpfel und rausgerissener Knochen. Masahiko Tsugawa mit Klinge im Gehstock, Shozo Saijo wie Rikiya Yasuoka, sie machen alle auf ´dicke Hose´, werden dann vermöbelt und haben am Ende Körper, Kopf und Konterfei denn arg lädiert vorzuweisen, au weh.

Wunderbar, den Endfight und den ganzen Film hebend, dessen turbulent-knallharter Showdown den Streifen aus dem o.g. Manko rausprügelt, ist hier der Auftritt von Gaststar Yasuaki Kurata, der mit feiner Karate-Technik brilliert und dem Finale erst den richtigen Drive verpasst. Sehr schön Kurata. 

Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich die äußerst attraktive Yutaka Nakajima als taff-coole Polizisten-Nichte die die 3 harten Junx auch mal auflaufen lässt, und die der Blickfang für die ja wohl überwiegend männlichen Betrachter ist. Wow, das ist eine atemberaubende Schönheit, um YN abzuweisen -falls das überhaupt möglich ist-, müsste mir ersatzweise eine Nacht mit Marissa Dubois vergönnt sein..., ja ja, von was ich so träume wa´? 

Ganz klein, hier noch ein blutjunger Teenie, ist noch Hiroyuki "Henry" Sanada als "Koga in Jugendjahren" zu sehen. Er wurde ja später zu einem Action-TopStar im japanischen MA-Filmsektor.

Natürlich ist "The Executioner" vornehmlich ein Karate-Actioner, mit etlichen knallharten Fights und blutigen Splatter-Einlagen. In der Mitte des Films, die etwas schwächelt, fehlt es auch an Action, vorher wird viel gefightet, ziehen die Helden ihre brutalen Skills durch, ab dem Mittelteil wird denn fast zuviel gekämpft, siehe kritische Anmerkung oben.

Chiba fightet wie Bruce Lee, trifft sein Ziel mit voller Wucht, donnert seine Fäuste und Handkanten in die Gegner, Ekel-Splatter inklusive. Und das Finale mit dem Trio nebst Kurata haut noch extra einen raus, neben Auto-Stunt und Kawumm, eine Karate-Schlacht mit Fightaction total. 

 "The Executioner", ein typischer Sonny Chiba in einem Karate-Actioner ala "Streetfighter"-Serial, das aber noch etwas besser ist als dieser Streifen. Fans von Sushi-Eastern und Sonny Chiba kommen letztlich auf ihre Kosten. Knappe aber respektable 8 von 10 Punkten kann sich der "Executioner" noch redlich erfighten.

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