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Ende der Achtziger gab es zwei Filme mit Jean-Claude van Damme, in welchen seine Rolle ähnlich angelegt war: „Bloodsport“ und „Karate Tiger 3“. In beiden Fällen reifte seine Figur vom Schüler zum besten Fighter im Ring, doch mittlerweile gibt van Damme selbst den Mentor. Leider innerhalb einer Mogelpackung, denn auch wenn das Cover eine tragende Rolle suggeriert, so dauert sein Auftritt insgesamt höchstens acht Minuten.

Hong (Cung Le) kommt aus dem Knast frei und lässt sich in St. Jude, New Orleans nieder, wo er rasch mitten zwischen die Fronten diverser Straßenbanden gerät. Als er auf den Gangsterboss Mister V (Peter Weller) trifft, scheint er seinen geheimen Plänen ein Stück näher zu kommen…

Nehmen wir es gleich vorweg: Dieser Streifen ist nichts für eingefleischte van Damme Fans, denn der Belgier ist nur während einiger Flashbacks zu sehen, in denen für einige Momente ein paar Trainingseinheiten im Knast serviert werden. Ansonsten steht Le im Vordergrund und dem fehlt leider jegliche Ausstrahlung, zumal seine Figur, wie eigentlich auch alle anderen, flach und von Klischees durchtränkt angelegt ist.

Wirklich schlecht ist es jedoch um die Story bestellt, welche kaum einen roten Faden verfolgt.
Zunächst werden allerlei Gangster und dreckige Typen vorgestellt, gerne auch mal mit Standbild und eingeblendetem Namen, doch kurz darauf kann man kaum noch zuordnen, wer zur Eastside, den 6th Street Kings, den korrupten Cops oder den Devil Dogs gehört.
Jeder neidet dem anderen sein Revier, dann fehlt mehrfach Geld, es kommt zu ständigen Schuldzuweisungen und mittendrin ein Peter Weller mit massivem Hang zum Overacting, was die Sache immerhin noch einigermaßen unterhaltsam gestaltet.

Und dann sind da noch die Fights. Ein akrobatisches Ass ist Cung Le nicht gerade, auch wenn er einigermaßen durchtrainiert wirkt. Die Choreo geht zwar in Ordnung und liefert ein paar harte Aufeinandertreffen mit einigem Blutvergießen, deftigen Treffern und Knochenbrüchen, doch insgesamt beherrschen zu viele Zeitlupenaufnahmen die Kämpfe, wodurch einiges an Drive verloren geht. Immerhin kommt es regelmäßig zu körperlichen Auseinandersetzungen, so dass zumindest diesbezüglich noch etwas Interesse geschürt wird.

So werden einige Farbfilter überstrapaziert, als befände man sich phasenweise in einem drittklassigen Rap-Video, die Locations wie Lagerhalle, Straße oder leerstehende Fabrik schüren kaum Atmosphäre und am Ende wartet man vergeblich auf eine überraschende Wendung oder gar einen doppelten Boden, denn direkt nach dem finalen Fight ist ohne ein weiteres Wort Schluss.

Und während die fahrige Erzählung mit teilweise unnützen Rückblicken kaum zu fesseln vermag, ist das Mitwirken von van Damme eher etwas fürs Marketing, was insofern schade ist, als dass der Belgier fit und beweglich scheint wie eh und je.
Eine verpasste Chance, denn „Dragon Eyes“ bietet nichts, als einen unausgegorenen Gangster-Krimi mit passabler Action, jedoch ohne erzählerische Dichte.
Knapp
4 von 10

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