Beim Geisterfilm für die Familienrunde ist es immer ein wenig problematisch allen gerecht zu werden. Erwachsene sind bei einer naiven Herangehensweise maßlos unterfordert, Kinder dürften hingegen nicht jeden Gag zwischen Himmel und Hölle verstehen, nur Kindgebliebene erhalten Stoff zum Entspannen wie bei dieser britischen Gruselkomödie von Yann Samuell.
Als der junge Humphrey beim Spielen vom Dach stürzt, landet er als Geist bei den verrückten Craggyfords in einem alten Schloss. Doch als jenes abgerissen wird, müssen sich die Geister eine neue Unterkunft suchen und benötigen gleichermaßen die Hilfe des Multimillionärs Brad, der versucht zwischen den Lebenden und den Geistern zu vermitteln. Doch dann gibt es da noch einen ominösen Geisterjäger…
Die ersten Minuten machen durchaus Laune, denn die Mischung aus Addams Family/Munsters, „Der kleine Vampir“ und „Harry Potter“ transportiert eine lockere Stimmung in stilvoller Umgebung mit kleinen niedlichen Gags wie einen fliegenden Schädel, einer geköpften Französin oder den Schotten Hamish, der unterm Kilt keine Beine hat.
Sympathische Figuren und eine ansprechende Erzählweise geben in den ersten Szenen den Ton an.
Doch mit dem Auszug der Geister schleichen sich rasch die ersten Schwachstellen ein, da die Handlung nur schleppend vorangetrieben wird, die Gagdichte nicht sonderlich hoch ausfällt und mit dem Nebenhandlungsstrang Premierminister und Brad nur Laufzeitstrecker eingebunden werden. Während sich immer mehr Untote zur Gruppe hinzugesellen, bieten jene am ehesten Grund zum Schmunzeln, da man den Gestalten sogleich ansieht, in welcher Montur und welcher Art sie gestorben sind (Gewichtheber, Surfer, Astronaut…).
Die Dramaturgie bleibt kindgerecht und spannungsarm und auch wenn einige Gebäude wie Schlösser, der Tower oder ein Rummelplatz eine leichte Gruselatmosphäre ins Spiel bringen, so wird es selten düsterer als beim gängigen Hui-Buh-Format.
Immerhin sieht die Produktion vergleichsweise solide aus, die Mimen performen durch die Bank passabel und sind treffend besetzt und auch das Erzähltempo ist durch die Bank recht flott.
Dennoch kommt der Streifen kaum über Mittelmaß hinaus, da ihm das gewisse Etwas, der spezielle Charme, die packende Erzählweise fehlt.
Er ist deutlich auf ein jüngeres Zielpublikum zugeschnitten, kaum düster und nur selten spannend gestaltet, zudem lässt er über weite Teile Schauwerte wie Action oder übersinnliche Erscheinungen beiseite.
Okay für anspruchslose Zuschauer, die harmlosen Gruselspaß bevorzugen, alle anderen dürften ihn bereits kurz nach der Sichtung vergessen haben.
5 von 10