Review

Formidabler Western, der eigentlich in allen Belangen richtig gut funktioniert, ausser gerade das so unnötige und dadurch ärgerliche Ende, ansonsten aber durchweg empfohlen werden kann.

„Hombre“ ist John Russell [ Paul Newman ] ein Weisser, der als Kind von Apachen entführt wurde und bei ihnen aufwuchs, trotzdem genügend Kenntnisse und Erfahrungen auf der anderen Seite gemacht hat, da er auch kurzzeitig durch seinen Adoptivvater und auch Gefangenschaft bei den Weissen leben musste.
Als er mit einer Postkutsche und sechs anderen Personen nach San Carlos fahren will, wird diese überfallen. Es gelingt ihm aber, einige der Räuber zu erledigen und mit der eigentlichen Beute [ 12000 $ ] und den Insassen zu Fuss zu fliehen, die Räuber auf den Fersen.

Soweit der Grundplot, um den allerdings erst die wirklichen interessanten Handlungszüge herumgestrickt werden, vor allem auch die Fragen nach Konkurrenz von Pragmatismus und Menschlichkeit, der Umgang mit Vorurteilen und Rassenhass sowie die situtionsbedingte Aufdeckung von Ehre, falschem und echtem Mitgefühl, Stärke und Egoismus. Dieses wird allerdings nicht trocken mit dem Lehrbuch oder moralischem Zeigefinger und auch nicht übermässig präsentiert, sondern durch lakonisch gesetzte Dialoge [ literarische Vorlage: Elmore Leonard ] innerhalb einer strammen Erzählung, dessen Spannungslevel durch einige clever aufgebaute Szenen immer wieder hoch gehalten wird.

Herausstehend ist dabei zuerst die Konfrontation in der Bahnhofsstation, wo die wenigen Fahrgästen der ausserplanmässigen Kutsche plötzlich durch den Fremden Cicero Grimes [ Richard Boone ], einem sehr selbstsicheren und auch gewalttätig wirkenden Eindringling, bedroht werden und erwehren müssen. Dieser hat zwar kein Anspruch auf die personenmässig begrenzte Kutsche, aber will unbedingt einen Platz.
Unter den weiteren Mitreisenden sind der reiche Reservatsverwalter Alexander Favor [ Fredric March ] mit seiner sehr viel jüngeren Frau Audra [ Barbara Rush ], ein blutjunges Ehepaar und eine ehemalige Gasthausbesitzerin, wobei die letzten 3 von Russell aus seinen nicht gewollten Erbe – das Gasthaus des verstorbenen Adoptivvaters – hinaus geschmissen wurden.

Russell selber wird auf halben Weg trotz seines normalen Aussehens und zivilen Verhaltens nach Entdecken seiner Herkunft von den Reisenden auf den Kutschbock verbannt, nach dem Überfall zeigt er dementsprechend noch weniger Begeisterung, dass sie sich plötzlich seiner Gegenwart erfreuen und er sie führen soll. „Wir gehören doch zusammen“ sagt der Kutscher Henry Mendez [ Martin Balsam ] jetzt, „Finden Sie ?“ lautet Russell’s Antwort; trotz des zusätzlichen Ballastes nimmt er sie mit und erweist sich auch als einziger Gegner der verfolgenden Gangster.
In einer stillgelegten Bergwerkssiedlung kommt es zu einer Belagerungsaktion, in dem sich die Prioritäten um Wasser, das Geld, und das eigene und fremde Menschenleben verschieben.

Für reine Action Afficiandos ist das alles weniger geeignet, da weitgehend ohne äussere Effekte inszeniert, als überzeugendes Beispiel von menschlichen Verhaltensweisen in einer Extremsituation aber eh mehr wirkungsvoll.

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