Spun
Kurze, recht spoilerfreie Inhaltsangabe:
Spun handelt von sechs Speed-Junkies, die immer auf der Suche nach ihrem nächsten Trip sind und sehr komische Dinge erleben bzw. provozieren. Zum einen ist da Ross (Jason Schwartzman), der für Cook (Mickey Rourke), der so heißt weil er das Speed herstellt, den Fahrer spielt. Ross fährt Cook oder seine Freundin Nikki (Brittany Murphy) den ganzen Film umher und trifft dabei unter anderem auf Spider Mike (John Leguizamo) und seine Freundin Cookie (Mena Suvari), die auf der Suche nach ihrem Stoff sind und im lauf des Films auf zwei Polizisten (einer von beiden ist Peter Stormare) treffen.
Die Story an sich ist schwer zu beschreiben, deswegen weiter zur Wertung.
Bewertung:
6/10
Bild, Ton und Extras kann ich diesmal nicht benoten.
Begründung:
Spun ist ein sehr abgefahrener Film. Man merkt sehr, dass Jonas Åkerlund bisher eher Videoclips gedreht hat, denn der ganze Film erinnert auch eher an einen Videoclip als an einen zusammenhängenden Film. Dies ist aber auf keinen Fall schlecht, da man so einen lustigen Einblick in die abgefahrenen Trips von Speed-Junkies bekommt.
Alle Charaktere in diesem Film benehmen sich genau so komisch, wie der ganze Film selbst ist. Von allen ist die Hauptperson Ross noch die normalste, der eher unverschuldet in die Probleme der anderen hineingezogen wird. Zum Beispiel ist da der Cook, für den Ross durch die ganze Stadt fahren muss, um Zutaten zur Speed Herstellung zu besorgen. Ross vergisst deswegen, dass er noch eine Frau, welche er am letzten Abend in einer Bar kennen gelernt hat, an seinem Bett fest gekettet hat. Das stört Cook aber wenig, denn er ist eher an Wrestling und Sexhotlines interessiert.
Jeder der Protagonisten hat seine eigenen Ticks und Macken, mit denen er den anderen auf die Nerven geht. Das macht den Film sehr abwechslungsreich und witzig. Die Darsteller spielen alle durchaus gut ihre Rollen, welche zum größten Teil meiner Meinung nach auch nicht einfach zu spielen waren. Gut gefallen hat mir Brittany Murphy und auch Mena Suvari, welche hier nicht wie in 'American Beauty' eine Schönheit, sondern einen heruntergekommenen Junkie mit verfaulten Zähnen spielt.
Der ganze Videoclip Style passt gut zum Thema des Films. Ich glaube sogar mal gelesen zu haben, dass der Film aufgrund der meisten Schnitte in einem Film im Guinnessbuch der Rekorde steht. Auf jeden Fall ist das auch gerechtfertigt, es gibt kaum eine Stelle in dem Film in dem sich 10 Sekunden die Kameraeinstellung nicht ändert. Åkerlund arbeitet außerdem mit vielen Highspeed und Slo-Motion Effekten, die er zwischen "normale" Einstellungen schneidet und zwischen ihnen oft hin- und herwechselt. Manchmal sind auch kleine Comicsequenzen in Spun eingebaut, welche mir aber auch sehr gut gefallen haben (nicht wie z.B. bei Lola Rennt, da fand ich sie eher nervig). Wie in 'Requiem for a Dream' wird auch die Drogeneinnahme und das anschließende High immer ähnlich gezeigt (Aufnahme der kleiner werdenden Pupillen, sich verzerrende Bilder etc.).
Auch die Musik ist immer passend, es ist kein eigens Komponierter Score sondern ein Mix aus rockigen Balladen (besonders gegen Schluss) oder rockigem Pop. Ist nicht ganz meine Musik, hat mir aber trotzdem gut gefallen und hat auch zum Film gepasst.
Alles in allem ein netter, unterhaltender Film. Allerdings ist er nicht mit 'Requiem for a Dream' zu vergleichen, da er nicht am Ende die "Drogen-sind-schlecht" Botschaft liefert, sondern die Charaktere genau da zurücklässt wo sie waren: High.