Scheiß Frühschicht...
Nachdem ich mal wieder alles auf der Arbeit gegeben habe und mich noch, wie schon die ganze Woche schon, dazu entschlossen habe, wie ein Bekloppter drei Stunden im Keller Schlitze zu klopfen für neue Elektrik, Lichtspielereien und ultimativen LED-Lampen/-Spotlights, freute ich mich abends auf drei Sachen: Auf das Sixpack Bier, den Beischlaf mit der Frau und auf den Film "Dictado", der bei uns in Deutschland als "The Little Girl" erschienen ist. Damit man den Film überhaupt in den Suchmaschinen findet, bappte man noch den Zusatz "Das Böse hat einen Namen" aufs Cover mit drauf.
Tja, nachdem sich meine Arme wie Wackelpudding anfühlten, wurde es selbst mit Reizwäche, Stacheldraht, Perücke und einer Pflanzensprösslingsstütze nix mit dem Fick, die Stimmung und Müdigkeit versauten mir zudem noch die Lust auf den Alk und so blieb lediglich noch dieser Film übrig, damit ich diesen Tag denkwürdig abschließen konnte.
Ein Horrorfilm mit kleinen Mädchen als böses Etwas ist zwar etwas ausgelutscht, aber mit so einer Story, kann man immer wieder unterhalten. Dass das heute noch hervorragend funktioniert, zeigt "Orphan - Das Waisenkind". Okay, der Film hat auch schon immerhin fünf Jahre auf dem Buckel, aber er ist einer der wenigen Filme nach der Jahrhundertwende, die mich noch richtig an den Eiern packen können.
Warum ich überhaupt die ellenlange Einleitung geschrieben habe, die sowieso keinen Menschen mit einem IQ über 70 interessiert, ist der eigentliche Weg zum Ziel: Die Müdigkeit von den ganzen Qualen dieses Tages. Passion Christi ist dagegen nix, was ich durchgemacht habe.
Denn wenn ein Film aus einem Startpaket beginnt, in dem Vergangenheit und Gegenwart ohne Sinn und Verstand zusammen geboxt werden, ohne zu erkennen, was jetzt was ist, sorgt bei mir für Verwirrung. Verwirrung kann was gutes sein "Shutter Island" oder auch was Schlechtes wie in diesem Fall. Nachdem ich meine Frau fragte, die mittlerweile schon mit Schnaps begonnen hatte um meinen toten Kadaver überhaupt noch ertragen zu können, ob der Film mich für dumm verkaufen will, erklärte sie mir erst einmal, dass manche Szenen Rückblenden sind. Gut, danke.
Von alleine wäre ich vielleicht nach knapp 40 Minuten draufgekommen und da frag ich mich, ob es an meiner Müdigkeit gelegen hat, meiner Motivation, mir wenigstens noch neben dem Anschauen heimlich unter der Decke einen zu wichsen (Ich bin kein Multi-Tasker), oder doch einfach nur, weil der Film scheiße abgefilmt worden ist.
Heute morgen kann ich behaupten, dass die Schuld am Film liegt. Nachdem ich mir den Anfang wieder angeschaut habe, kann ich ganz klar behaupten, dass man sich nicht geschickt angestellt hat, dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, "sanft" in den Film hineinzusteigen und so etwas hasse ich wie die Pest. Hinzukommt, dass wir da eine Szene präsentiert bekommen, die mich derb schockiert hat, da sie in meinen Augen wirklich haarscharf an der Grenze zur Pädophilie liegt.
Okay, den Anfang haben wir verbockt, aber schauen wir mal wie der Rest des Films noch so auf mich wirken sollte.
" Ich hatte eine hübsche Taube. Punkt und Komma.
Sie flog auf den Mars. Punkt und Absatz.
Dort baute sie ein Nest. Punkt und weiter.
Sie ist kein Tier. Punkt und fertig."
Dieser knapp zehn mal vorkommende Kinderreim und Blicke eines Mädchens, dass nicht böse, sondern irgendwie derb angepisst wirkt, sind die sogenannten Horror-Highlights von diesem Streifen. Diese Blicke wirken jedoch nur ansatzweise bedrohend, da der relativ harmlose aber sehr gute Score den Film gut in Szene setzen kann. Andere dem Horror-Genre zugeordnete Szenen, in denen beispielsweise Leih-Papi Daniel beim Beischlaf (okay, wenigstens hatte dieser Hengst im Gegensatz zu mir einen) Mutterboden/Graberde in Kübeln kotzt, ergeben keinen Sinn, werden nicht weiter aufgegriffen, erklärt oder sind nicht wichtig für den Verlauf des Films - sie dienen einzig und allein dazu, dass ich nicht vollends mit der Hand im Schwanz weggenickt bin. Nach dem Motto: Bauen wir solche Szenen einfach rein! Sie passen zwar überhaupt nicht, aber sind ganz doll.
Somit kann man behaupten, dass im Trailer nahezu schon alle Szenen des Horror-Elements vorhanden sind und man den Rest eher als lahmärschiges Drama abtun kann. Denn, common guy, dieser Film hat so viel mit Horror zu tun, wie "My Girl" mit dem zugekoksten Culkin und die in die Wechseljahre gekommenen Chlumsky. Dementsprechend finde ich die Altersfreigabe ab 16 Jahren als totalen Witz.
Nein, es wird auch im weiteren Filmverlauf zwischen Heute und Gestern hin und her gestrullert (man hätte ja Farbfilter verwenden können, um es dem Zuschauer verständlicher machen zu können), die natürlich auf ein gemeinsames Ziel hinauswollen. Währenddessen gibt es nur Schickimicki-Szenen, Akte eines uninteressanten Alltagsleben zwischen Mann und Frau, die auch immer mehr Stress wegen der Kleinen bekommen und man merkt, dass sich der Film immer weiter von der Logik verabschiedet und somit in eine nicht mehr herauskommende Abwärtsspirale der Langeweile gezogen wird. Weder mit der Frau, dem Mann oder der kleinen Laura/Clara(?) kann man mitfiebern, da alle drei was am Schwimmer haben, was sie unsympathisch macht, Spannung kommt auch keine auf (bei was denn auch ?) und ein verdammt schlechtes Finale setzt diesem Film den Sargnagel drauf.
FAZIT:
"The Little Girl - Das Böse hat einen Namen" ist ein verwirrendes Drama geworden, gespickt mit geringfügigen Horrorelementen, die einfach "mal so" eingebaut wurden - dennoch bleibt der Crap langweilig und unlogisch und wird von Minute zu Minute schlechter. Zeitverschwendung.
3/10