Review

*Extreme Spoiler!*

Zuerst einmal ist die Martina Gedeck eine wirklich ernstzunehmende deutsche Schauspielerin. Einen kompletten Film nur als Einzelperson so interessant zu halten, das ist Können. Der Film war wirklich sehenswert.
Ich habe den Besuch nicht bereut und würde ihn auch weiterempfehlen.

Was ich allerdings sagen muß:
Die philosphischen Denkanstöße, die ich in der Filmbeschreibung gelesen hatte (Sinn des Lebens, Selbstfindung, Ungang mit Extremsituationen,...)
Habe ich in dem Film nicht gefunden oder nicht verstanden.
Er kam oft so sperrig daher mit den Botschaften, dass ich mich öfters fragte, wie ich das in meine Lebenssituation einbauen kann, noch wußte ich wie ich darüber nachdenken hätte können.
Es waren viele Andeutungen drin, wurden aber nicht weiter verfolgt.
Man stand irgendwie immer allein und suchend im Kino, auch wenn man saß.

Aber:
den Film muß man wirken lassen, denn er erschließt sich erst Tage später.
Er geht einem nicht mehr aus dem Kopf.
Dann erschließt sich die einzigartige Philosophie des Filmes.
Und die ist großartig!!

Die Geschichte ist ja so:
Die Frau, Martina Gedeck, macht mit einem älteren Ehepaar zum Ausspannen einen Ausflug in eine einsame Waldhütte mitten in den Bergen.
Das Paar verschwindet nochmal kurz im Dorf unten und kommt nicht zurück.
Auch am nächsten Tag kommen sie nicht.
Sie haben ihren Hund dagelassen.
Dieser wird der Frau lieb und teuer,
Sie geht das Paar suchen und will im Dorf nach dem Rechten schauen.
Doch sie stößt auf eine unsichtbare Grenze, die sie nicht überschreiten kann.
In den nächsten Wochen versucht sie alle möglichen Auswege, die alle über diese Grenze verfügen.
Sie ist gefangen in so einer Art Vakuum.
Auch von außen scheint niemand zu ihr dringen zu können, das Leben scheint stehengeblieben zu sein außerhalb ihrer eigenen Grenze.
Die Frau kann auch durch die unsichtbare Grenze Menschen sehen, doch diese sehen bewegungslos aus.
Nur die Natur ist lebendig.
Wind, Wetter, Sommer, Winter...
Schließlich findet sie sich damit ab.
Eine Kuh läuft ihr zu, 2 Katzen, sie zieht auf die Alm, wird Selbstversorger, but Kartoffeln an und vergißt so langsam die Außenwelt.
Sie findet sich mit dieser Situation ab.
Sie geht auf die Jagd, denn das Paar hatte Jagdgewehre in der Hütte, welche die Frau an sich nimmt und das Schiessen lernt.
Schließlich geschieht doch etwas.
Ein seltsamer bärtiger Mann tötet ihre Kuh und ihren Gefährten den Hund.
Daraufhin erschießt sie den Mann und wirft ihn einen Abhang runter.
Nun ist sie völlig allein und fängt an ihre Erlebnisse aufzuschreiben um nicht durchzudrehen.
Alsbald sind die Blätter zum Schreiben zu Ende.
Dann endet auch der Film.

Man sieht, sehr schwierig, es passiert immer etwas, aber alles ist irgendwie ausweglos.
Würde man sich auch genauso in so eine surreale Situation einfinden?

Fragezeichen über Fragezeichen.

9 von 10 Punkten

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