Vorab, ich habe das Buch nicht gelesen.
Ich stelle mir dieses aber wesentlich aufschlussreicher und tiefgründiger vor als den Film. Der Film stellt eigentlich nur nochmal die Vorteile eines Buches heraus.
Es soll jetzt keine, "Das Buch ist besser als der Film-Aussage" sein Oder Phrase wie,"Der Film erreicht niemals die Tiefe oder Qualität des Buches" sein.
Einen Vergleich zwischen Buch und Film halte ich für haltlos. Es sind zwei verschiedene Plattformen, die Kunst präsentieren.
Einzeln darauf eingehen brauche ich wohl und will ich hier auch nicht.
Ein riesen Nachteil des Films, ist es Gedankengänge der Figuren auszudrücken.Das muss der Schauspieler machen und im Dialog mag das auch noch gut zu funktionieren,aber wenn es sich, wie bei "Die Wand" nur um eine Protagonistin und ein paar Tiere handelt, funktioniert dies nicht. Deshalb hat der Film sich einfach einer Erzählerstimme bedient,die permanent die Gedankengänge erläutert und dazu schöne Bilder zeigt. Dies unterstützen die Gedanken teils. Wie z.B. lange Einstellungen ohne Schnitt, in der die Haupdarstellerin durch den Wald und Schnee stampft um die Einsamkeit hervorzuheben oder wie sie die Sonne genießt. Aber dies war es eigentlich auch schon. Gegen Ende kommt es einem vor ,wie ein visualisiertes Hörbuch.Die Bilder sind nur noch Beiwerk.
Die Grundidee klingt erstmal nicht schlecht und man muss sich entscheiden ob man sich auf das Gedankenspiel einlassen will.
Man hat die Möglichkeit sich natürlich zu fragen, warum ist da eine Wand,wie, wieso ist sie überhaupt da? Warum kann die Protagonisten soviel an Handwerk? Warum weint sie der Vergangenheit nicht nach, reflektiert nicht intensiver ihr altes Leben und stellt es gegenüber?
Man erfährt nichts über sie. So wie ich den Film verstanden haben, geht es hauptsächlich um das Alleinsein und das zurechtkommen damit und um das Wollen, bzw das Hoffen und dem Überlebenstrieb usw. Ich denke das Buch gibt einem da mehr Anlass zur Philosophie.
Natürlich ist dieses Gedankenspiel eine Analogie und man sollte sich auf den Kern konzentrieren und keine verschachtelte Story erwarten.
Der Film weckt Lust aufs Buch und kann am Anfang überzeugen, gerade die Wandlung und das wachsen der Protagonistin ist noch interessant. Die gesprochenen Worte sind aber am interessantesten. Die Bilder sind teilweise sehr schön.
Eine Geschichte gibt es in dem Sinne nicht. Es gibt keine Höhepunkte,
obwohl dem Zuschauer versucht wird sowas wie einen Höhepunkt am Ende zu verkaufen. Dies wirkt aber nur herzlos aneinandergereiht und zerstört die komplette Ruhe des Film.
Mag sein,dass dies Schlüsselstellen im Buch sind,denn man könnte Ihnen viel abgewinnen, im Film wirft es nur Fragen auf und kurz darauf ist er auch schon zu Ende.
Wen das Thema interessiert, empfehle ich zuerst das Buch, ich wünschte mir hätte einer den Tipp gegeben, so wäre es bestimmt noch fesselnder,da eh nicht viel passiert?
Ich denke aber, dass das Buch auch mehr zum Nachdenken anregen soll, als irgendeine Geschichte zu erzählen?
6 von 10 Punkten