Alle Kurzkommentare


7

Ein cleverer Hitchcockthriller, bei dem der Meister den geänderten Sehgewohnheiten der 70er Jahre Rechnung trägt. Es geht eine Spur sleaziger zu, als man es von ihm gewohnt ist, zumal der Aspekt des Sexualverbrechens viel expliziter dargestellt wird, als es noch bei Norman Bates der Fall war. Die eine gezeigte Erdrosselung ist ziemlich brutal, dafür wird das weitere Geschehen durch sehr viel Humor aufgelockert, damit der Gesamtton am Ende nicht zu finster ausfällt. Der Running Gag mit der Gattin des Kommissars, die ihren Mann mit ihren exquisiten Kochkünsten malträtiert, ist jedoch (buchstäblich) Geschmackssache. Die Identität des Mörders wird früh preisgegeben, also erschafft Hitchcock die für ihn so berühmte Suspense, indem er sich an die Fersen des zu Unrecht Beschuldigten heftet oder den Würger auf eine Lastwagenfahrt des Grauens schickt.

3

Aus heutiger Sicht ist Frenzy ein absoluter Langweiler. Der Täter steht schon nach wenigen Minuten fest, ja, sein Bild erscheint sogar auf dem Hintergrund des Hauptmenüs. Die Handlung entwickelt sich schleppend, und keiner der Protagonisten vermag es, unsere Symphatie zu gewinnen. Polizeiarbeit findet - wenn überhaupt - nur am Rande statt. Die pseudo-humoristischen Szenen, in denen die französische Küche veräppelt wird (von einem englischen Film!), zünden überhaupt nicht. Es gelingt dem Film in keinster Weise, so was wie Spannung aufzubauen, es mangelt am richtigen Timing. Außerdem nervt das Werk durch übertriebene Vulgarität in den Dialogen, ein Eingeständnis Hitchkocks an die "Moderne". Frenzy ist ein Kind seiner Zeit, das schnell gealtert ist, entäuschend für einen Hitchkock, dessen Versuch, seinen Stil den aufregenden Neuerungen der 70er anzupassen, gründlich mißlang. Verstaubt, nur für Historiker!

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