Auch ungeachtet des ganzen Gossips um Auslöser und Begleitumstände des versuchten Comebacks der einstigen Kassenhoffnung Cecilia Cheung zurück an die Spitze des Thrones, stellen die medialen Bemühungen des Jahres 2011 zumeist eklatante Fehlschläge mit verheerenden Wirkungen auch auf die Gunst des Publikums dar. Nicht bloß, dass sich die Kritiker über die Auswüchse von Speed Angels, The Legendary Amazons und eben Treasure Hunt echauffierten, auch wurden die drei Projekte vom Zuschauer weitestgehend ignoriert, was der (Zwangs)Pausierten nach privaten Schicksalsschlägen ein reichlich bleiches Debakeljahr mit wenig Luft nach unten bescherte. Ähnlich wie auch in den anderen Aktionen ist aber gerade hierbei die Widrigkeit schon der Zutaten von weitem abzusehen, formt sich der Film doch von vornherein als Belastung für Ohr und Auge – alle Erwachsenen sind albern, haben Haudraufgags im Gepäck und zusätzlich noch Anhang dabei – und so als Beeinträchtigung gleich mehrerer Nerven ab. Langweilige Konventionalität in entnervender Einfallslosigkeit, dass gerade und selbst als Kinderfilm für die Kleinen aus dem Mutterland China weitgehend enttäuscht:
Der anerkannten, aber mit ihrem Job aufgrund höherer Ziele hadernden Wereberegisseurin Peggy Jiang [ Cecilia Cheung ] wird von ihren Aufftraggeber Boss Zhu [ Li Guohua ] ein neues Projekt mit vielversprechender Nebenzugabe angeboten. Wenn sie einen Spot mitsamt dem ihr überaus unsympathischen Kung Fu Darsteller "Mr. Big" [ Ronald Cheng ] auf der weithin abgeschotteten Weizhou Island absolviert, winkt als Belohung die Finanzierung ihres lange gewünschten Spielfilmedbüts. Aufgrunddessen entscheidet sich Peggy auch gegen den Willen ihres Mannes Andy Lu [ Ekin Cheng ] und gemeinsamen Sohnes Lucas [ Lucas Tse ] für die für den Zeitraum von einer Woche angesetzten Aufgabe, was sie allerdings bald bereuen sollte. Denn nicht nur, dass Andy aus Enttäuschung für einen Monat Funkstille ausruft und die Wohnung mit dem Kleinen verlässt, auch entpuppt sich die Reise bald stressiger als geplant. Der berühmte Kampfsportstar entpuppt sich als großmäuliger, saufender Nichtskönner, sein Agent Wayne He [ Wong Jing ] ist ein ebensolch nichtsnutziger Hasenfuss, und zuguterletzt wird das Eiland von dem nach einem antiken Schiff samt Schatz aus der Ming-Dynastie suchenden Gangster Cobra [ Liu Hua ] und seinen Schergen Fire [ Xing Yu ], Fei [ Fu Tianjiao ], Silly Hui [ Joe Cheng ] angegriffen und durchwühlt. Helfen kann in der Misere nur Star [ Shao Bing ], ein auf dem Niemandsland zurückgezogen lebender Abenteuer.
Dabei lässt sich die Zielsetzung der wieder aktivierten Cheung in dieser "Insel der Abenteuer" mit Hinblick auf Sohnemann Lucas und einer Erweiterung des bisherigen Auditoriums von Erwachsenen auch auf die nachkommenden Minderjährigen gut verstehen, ist diese Auszeit im anvisierten feel good Bereich aber gleichzeitig hemmungslos überladen und trotzdem ohne jegliche Ideen. Ähnlich wie die proklamierte Bilderbuchfamilie, die nur am Anfang und am Ende, aber zwischenteils eher das Gegenteil dessen ist, bekommt auch die Handlung vom trouble in paradise sofort seine Risse und Sprünge. Belastend ist besonders der Ton der Infantilität, der zwar seit jeher zum Programm der Distributions- und Geldscheffelmaschine Wong Jing gehört, hier aber ganz neue und bisweilen ungeahnte Auswüche der kreativarmen Banalität erreicht. Ist schon das Inhaltliche auf dürrem Niveau, so macht das Drumherum in diesem Kommerz- und Massen-, und eben nicht Prestigeprodukt (mitsamt viel offensiver Schleich- und noch deutlicher direkt eingebundene Direktwerbung) den entscheidenden Anteil an der belastenden Mühsal aus.
So wirkt nicht nur die Inszenierung von Wong, der sich zuletzt in eigentlich wieder besserer Form, gerade auch mit dem gleichjährigen Namensvetter Treasure Inn zeigte, seltsam altbacken steif und mit diversen Handikaps wie spürbarem Desinteresse beladen schwer, sondern ist auch das Materielle von höchster Naivität. Aus dem Baukasten der nunmehr über drei Jahrzehnte umfassenden Karriere zusätzlich zu dem immer beliebten Bedienen fremder Quellen und so übernommener Inspirationen sind sämtliche Personen und ihre Geschehnisse; eine eintönige Maschinerie schlichtweg müder Konventionalität, in der vorne und hinten nichts zusammenpasst und selbst trotz dieser Inkonsequenz keinerlei Unberechenbarkeit entsteht. Furchtbar sind allerdings vor allem die humoristischen Bezüge, das Anbiedern an eine vermeintlich mit simpelsten Slapstickgags – das Laufen gegen Wände, irgendwelche Fäuste, Besenstiele und andere schmerzhafte Gegenstände ins Gesicht, das Verbrennen des Hinterteils etc. – sich schnell zufriedengebenden Klientel, deren Geduld dann bald im Dauerfeuer dieser gestrigen Home Alone Methode penetriert wird.
Sind schon die anderen Darsteller, ausgenommenen die minderjährigen, in ihrer blassen Anwesenheit im Samstagnachmittagprogramm nur ein Ausbund an Lang- und Gleichmut, so schießt der seit Beginn an mit äußerst eingeschränkten Komödienrepertoire belastete Ronald Cheng dann buchstäblich den Vogel und die letzte Gunst an gnädiger Sympathie gleich mit ab. Schon von der Anlage ein müder Abklatsch der ähnlich aufgebauten Jackie Chan - Satire aus High Risk, prallen hier sogar noch jegliche Ereiferungen an etwaigen Spitzen auf die Konkurrenz und zusätzlich auch allerlei humorlose Verkrampfungen von der Rolle und seiner talentlosen Verkörperung ab. Beschwerden noch und nöcher, die selbst mit dem Wechsel der Schauplätze von Metropole zur bezirksfreien landwirtschaftlichen Hafenstadt und schließlich der Insel in Postkartenromantik sowie dem Steigern der Konfrontationen nicht beseitigt, sondern eventuell nur mild lindernd beglichen werden. Behagliche Gemüter dürfen sich an genau einer wirklich schönen Imagination, dem Nachbau eines gestrandeten Schiffes aus früher Vorzeit innerhalb eines unterirdischen Höhlenverlieses, samt ganz eigener Fauna, zusätzlich einem Baumhaus in Extragröße, dem stahlblauen Meer und hier und da der begrünter Natur erfreuen, während die wenige Action bis auf einige wenige Stunts im Finalkampf weiterhin blass und die guten Einstellungen darin an einer Hand, mit Wohlwollen und mangels richtiger Alternativen abzuzählen bleibt.