Bei Regisseur Paul Ziller herrscht mal wieder Weltuntergangsstimmung und da werden wie gehabt sämtliche Klischees der drohenden Apokalypse bedient, um den Laden trotz zahlreicher wissenschaftlicher Unzulänglichkeiten am Laufen zu halten.
Die Raumfähre Nautilus gerät in arge Bedrängnis, als ein Sandsturm eine Kettenreaktion auslöst und den Merkur aus der Umlaufbahn wirft. Zwei Studenten gelingt es, Funkkontakt zur Besatzung aufzunehmen, während Wissenschaftler Dr. Preston versucht, sein eigentlich still gelegtes Abschirmprogramm zu starten...
Ziller kennt sich ja mittlerweile recht gut im Metier aus und so setzt er erneut auf parallele Handlungsstränge und viel Bewegung, was der Angelegenheit keinesfalls schadet.
Zum einen hantiert Frau Preston im Raumschiff, ihr Mann indes auf der Erde, der Abwehrchef ignoriert natürlich alle Warnungen und Chancen zur Rettung, während kleine hanebüchene Einlagen ein wenig Stimmung in die Bude bringen.
Durch den ausgelösten Magnetismus werden nämlich Autos (auch nur die) gen Himmel gezogen, um später brennend und ohne Vorankündigung herabzuprasseln, ein paar Laternen biegen sich und im Weltall tobt ein Sonnensturm los, der die ersten Minuten der Handlung rein optisch gar nicht wie B-Ware aussehen lässt.
Doch mit den Klischeefiguren gesellen sich zahlreiche Unwahrscheinlichkeiten und logische Patzer hinzu, da ein arg beschädigtes und zum Teil ausgebranntes Raumschiff per Lötkolben so repariert werden kann, um ohne Komplikationen ein noch nie getestetes Modul zu starten, Studenten können Funkgeräte bauen, die den Kontakt bis ins All ermöglichen und ganz wichtige Geheimfirmen haben nur einen Wachmann, der sich auch prompt von ungeübten Zivilisten überrumpeln lässt.
Kleine Momente mit leichtem Augenzwinkern sind dennoch auszumachen, denn Held Preston muss einige Male derbe was einstecken, zusätzliche Bedrohungen in menschlicher Erscheinung werden unvermittelt aus dem Verkehr gezogen und spätestens, als ein olles Betriebssystem hochgefahren wird, um Kleinigkeiten wie den Merkur ein wenig von der Erde wegzudrängen, dürfte beim Genrefan kaum ein Auge trocken bleiben.
Darstellerisch sind allerdings deutliche Abstriche zu machen, da niemand durch nuanciertes Spiel auftrumpfen kann, wobei dieses auch keine Rolle zulässt. Der Score trabt zwar munter vor sich hin, doch bis auf den Abschlusstrack ist auch hier nichts Markantes festzustellen.
Die Tricktechnik mitsamt einiger CGI geht insgesamt sogar in Ordnung, nur die sich biegenden Laternen sehen nach Wischfinger aus.
Objektiv betrachtet liefert Ziller nach wie vor Apokalypsen Humbug vom Reißbrett, doch in diesem Fall hat er es kurzweilig und nahezu ohne Atempause gestaltet, da das Erzähltempo ungemein hoch ist und die Effekte beileibe nicht übel ausfallen, die Mimen zumindest zweckdienlich performen und die Action im Weltall beinahe schon ansprechend erscheint.
Okay unterhaltsamer Trash für Genrefans.
6 von 10