Nachdem die Macher von Syfy mittlerweile so ziemlich jede Abart eines tierischen Mutanten und alle erdenklichen Naturkatastrophen auf Basis globaler Klimaerwärmung durchexerziert haben, geht es nun zur Flora über.
Regisseur Paul Ziller, mittlerweile ausgemachter Spezialist für halbwegs unterhaltsame Trash-Beiträge, geht mit der Geschichte direkt an die Wurzel allen Übels, nämlich zum Garten Eden.
Die Umweltschützer Kate und Joe sind einem dubiosen Typen auf der Spur und filmen versteckt auf einer Mülldeponie eine ominöse Übergabe, bei der ein großer Samen während eines Schusswechsels auf die Erde fliegt und binnen weniger Sekunden riesige Wurzeln entstehen, die sich rasch im ganzen Land ausbreiten. Derweil versuchen Archäologin Jocelyn und FBI-Mann Jack, den Urheber der Mutation, Professor Frame ausfindig zu machen, bevor die riesigen Wucherungen die Küste erreichen…
Hanebüchene Aspekte sind natürlich wieder an der Tagesordnung, denn wie auch immer hat man Teile des biblischen Garten Edens in einem alten Tempel gefunden, wo es der wundersame Samen über ein paar tausend Jahre geschafft hat, in einem Tongebilde zu überstehen. Dieser kann aufgrund einiger Experimente zu kilometerhohen Wurzelgeflechten mutieren, während andere Blätter im Garten des Professors nur auf eine Wunde gelegt werden müssen, um diese binnen weniger Sekunden komplett verschwinden zu lassen, was unseren Helden einige Male zugute kommt.
Zwar sind die Figurenzeichnungen recht dürftig ausgefallen und auch die Mimen performen entsprechend durchschnittlich bis hölzern, doch das enorm hohe Erzähltempo und der ungezügelte Bewegungsdrang nahezu aller Beteiligten lässt so manche Schwachstelle vergleichsweise nichtig aussehen.
Einen diesbezüglichen Vorteil bieten die parallelen Handlungsstränge, welche rasch zwischen Kate und Joe, FBI und Wissenschaftlerin und der Plantage des Professors wechseln, während zwischendurch immer mal ein paar Bilder destruktiver Wurzeln eingebettet werden.
Bei den CGI müssen allerdings einige Abstriche gemacht werden, denn ein ums andere Mal reißen Straßen nicht unbedingt realistisch auf und auch die besonders wuchtigen Wurzeln lassen eine genauere Ausarbeitung der Strukturen vermissen, vor allem im Zusammenhang mit angreifenden Kampf-Jets in recht luftiger Höhe.
Demgegenüber sorgt einige Action für kleine Highlights, etwa beim Ausweichmanöver während der Flucht mit dem Jeep oder bei einer Hatz im Wald, um des Professors Bewacher abzuschütteln. Selbst eine durchschnittliche Ballerei mit Fokus auf FBI-Mann Jack ist einigermaßen solide inszeniert und untermauert, dass Regisseur Ziller nicht zu den unbegabten seiner schlichten TV-Zunft gehört.
Als schlicht und schnörkellos sollte man „Saat des Bösen“ allerdings auf jeden Fall im Vorfeld einstufen, um ihn auf gehirntechnischen Durchzug in einer Tour genießen zu können.
Denn auch wenn das enorm hohe Erzähltempo und die im Durchschnitt brauchbaren Effekte größtenteils überzeugen können, finden sich innerhalb der Geschichte unzählige hanebüchene Elemente, die jeden Geobotaniker den Kopf im Blumentopf eingraben lassen würden.
Trash-Fans und Freunde mutierter Pflanzen können hingegen bedenkenlos einen Blick riskieren und sich bei einem ordentlichen Schlückchen Gartenkräuterschnaps einen unterhaltsamen Abend bescheren.
6,5 von 10