Found Footage muss nicht immer schlüssig sein, - schließlich weiß der Zuschauer nur selten mehr als die ahnungslosen Protagonisten. Dass der Titel auf optischer Seite wörtlich zu nehmen ist, macht ihn jedoch zu einem anstrengenden Marathon, der es leider überhaupt nicht in sich hat.
Im Jahre 2003 wird in den Sagada-Bergen, Philippinen in großer Familienrunde Weihnachten gefeiert. Susan und ihr Verlobter Ken werden herzlich empfangen, doch plötzlich geht der Strom aus, die Technik versagt und die 17 Familienmitglieder ahnen noch nicht, was die Nacht noch alles für sie bereit hält...
Als vage Rahmenhandlung dienen die Ermittlungen eines TV-Reporters, welcher sieben Jahre später einige Entdeckungen am Tatort macht, während weitere Ausgrabungen ein paar merkwürdige Artefakte zutage fördern.
Danach folgt die Familienzusammenkunft und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis endlich alle Figuren ein paar belanglose Sätze von sich geben dürfen und irgendwann das Licht ausgeht.
Von da an sitzt man sprichwörtlich im Dunkeln, denn der Schein diverser Kerzen und etwas Rotlicht machen es kaum möglich, die Figuren eindeutig auseinander zu halten, mal abgesehen von der Handkamera, welche fast nie auf Anhieb den entsprechenden Fokus findet.
Doch nicht nur das ist anstrengend, auch das unspektakuläre und relativ willkürliche Ableben einiger Individuen nervt, da es grundlegend ausladendes Gejammer mit sich zieht.
Manche geben scheinbar aus Altersschwäche ihren Löffel ab, andere werden auf unerklärliche Weise in eingeklemmter Position gefunden, dazwischen verschwinden primär die jüngeren Figuren spurlos und am Ende dämmert es der letzten Handvoll Überlebender, als es im Grunde bereits zu spät ist.
Übersinnliche Erscheinungen sind derweil an einer Hand abzuzählen und tricktechnisch sehr primitiv umgesetzt, da mit Bildüberlagerungen und simplen Täuschungen wie Wackeltisch gearbeitet wird und selbst bei einem erklärenden Flashback werden optische Reize, wahrscheinlich aus Unvermögen, komplett ausgeklammert.
Dass sich Regisseur Noel Tan bei seinem Unterfangen nie so recht sicher war, untermauert das Vorhandensein einer zusätzlichen Sounduntermalung, die bei Found Footage eher untypisch ist, da sie den vermeintlichen Realitätsgehalt des Gezeigten schmälert.
Insofern ist schon ein wenig schwierig, den laienhaft auftretenden Mimen bei alledem etwas anzukreiden, da detaillierte Gesichtsausdrücke ab einem bestimmten Zeitpunkt kaum mehr wahrnehmbar sind.
Die finale Auflösung deutet sich bereits weit im Vorfeld an und auch das Ende bietet keine Überraschung, da ein einleitender Text bereits die Fakten auf den Punkt bringt.
Ein paar wenige atmosphärische Momente retten zwar vorm totalen Abgrund, doch empfehlenswert erscheint das Werk deshalb noch lange nicht.
3 von 10