Review

Möchte mich heute mal versuchen relativ kurz zu halten, denn viel individuelles kann ich über einen durchaus recht komplexen, schauspielerisch gut besetzten, spannenden, aufwendigen und wendereichen Thriller, der mich seltsamerweise recht kalt ließ, nicht berichten. Vielleicht kennt man dies auch aus eigenen Beobachtungen, irgendwie stimmen alle Zutaten und es ist auch verdammt spannend, aber der Funke des wirklichen Mitfieberns mit den Protagonisten und eine damit einhergehende Begeisterung ist nicht übergesprungen. Obwohl sogar in bester Thriller-Manier wir erst einmal einen klassischen Raubüberfall auf ein Schließfach erleben und eines der vielen Rätsel von DIE LOGAN VERSCHWÖRUNG (im engl. Original: THE EXPATRIATE) seinen Lauf nimmt.

Die Story (OHNE SPOILER!) des Ex-CIA-Agenten Ben Logan (Aaron Eckhart) und seiner Tochter Amy (Liana Liberato) auf der Flucht vor diversen Mächten die hinter ihnen her sind beginnt anfangs relativ behäbig, um dann aber aufgrund einer unglaublichen Wendung von der ersten bis letzten Minute mit weiteren storytechnischen Wendemanövern durchgehend spannend zu sein. Kern von DIE LOGAN VERSCHWÖRUNG ist das Vater-Tochter-Verhältnis mit dem Teenie Amy, was absolut klischeefrei dargeboten wird und die Tochter ist ein Mensch mit eigenem Willen und Moralvorstellungen und nicht nur ein storytechnisches Anhängsel des Vaters. Wieder ein Pluspunkt.

Aaron Eckhart, den die meisten sicherlich unten anderem noch als Harvey Dent/Two-Face aus THE DARK KNIGHT kennen, schöpft aus seiner großen Erfahrung und liefert für mich eine überzeugende Leistung ab, obwohl seine Rolle aufgrund der Stück für Stück an das Licht kommenden Wahrheit nicht gerade einfach ist. Das gleiche gilt für seine Tochter Amy, die durch die zum Zeitpunkt des Drehs 16-jährige und schon recht filmerfahrene Liana Liberato sehr variantenreich, emotionsgeladen und logisch nachvollziehbar dargestellt wird. Auch wenn einiges zunächst unverständlich, ein wenig unlogisch und überzogen wirkt, sollte man den Film in Ruhe zu Ende kommen lassen und dann urteilen.

Obwohl er mit seinen 104 Minuten alles andere als eine Überlänge hat, erschien mir die Handlung von DIE LOGAN VERSCHWÖRUNG auch etwas lang gezogen, auch das sehe ich als rein subjektiven Faktor an. Regie dieses absolut international wirkenden Thrillers führte übrigens ein Deutscher, der Münchner Philipp Stölzl, der nach dem absolut empfehlenswerten Langfilmdebüt BABY (2002) mit NORDWAND UND GOETHE! noch 2 weitere Erfolge verbuchen konnte und in Cineasten Kreisen – und jetzt auch bei mir – freudige Erwartung in Bezug auf nächste Filmprojekte auslöst. Deshalb will ich mal die etwas undefinierbaren Kritikpunkte ausnahmsweise mal auf meine eigene Tagesform zurückführen und durchaus solide

6,5/10 Iris-Scans....äh,....Punkten geben.

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