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„H.A.R.T. – Spezialeinheit 500“ ist ein teilweise recht schlapper Militärthriller über eine seltsame Übung.
Wie in vielen ähnlichen Filme ist einer der Hauptcharaktere eine Frau, die sich in der Männerdomäne Militär behaupten will. Deshalb wird sie als erste Frau an einem besonderen Einsatztraining teilnehmen, was ihr Ruhm und einen hohen Dienstgrad einbringen würde. Bei dieser Frau handelt es sich um Casey (Lisa Eichhorn). Mit ein wenig Einsatzbriefing wird die Vorgeschichte schnell abgehandelt.
Flugs geht es auf die Übungsinsel in den Philippinen, wo man sich ohne Gefangennahme bis zu einer Sicherheitszone durchschlagen muss, wobei die Soldaten Zwei-Mann-Teams bilden sollen. Da ihre jeweiligen Partner allerdings alleine losziehen, tut sich Casey bald mit Logan (Tom Skeritt) zusammen, mit dem sie die Übung auch besteht. Bis hierhin läuft die Übung halbwegs normal, es werden ein paar Klischees wiedergekaut und etwas oberflächliche Spannung aufgebaut.

Doch dann werden Casey und Logan in der Sicherheitszone von den Ausbildern aufgegriffen, trotzdem verhaftet und in ein Gefangenenlager gebracht. Hier wird ihnen der wahre Sinn der Übung erklärt: Sie sollen trainieren als Kriegsgefangene in einem feindlichen Lager nicht zu zerbrechen, was auch Strapazen, Prügel und Psychoterror einschließt. Allerdings beginnen die Soldaten am Sinn der Übung und am Geisteszustand des Lagerkommandanten zu zweifeln...
Sicher hat „H.A.R.T. – Spezialeinheit 500“ ein paar Ansätze, wenn eine derartige Übung thematisiert wird. So ist es ein stetiges Wechselspiel zwischen Schein und Wirklichkeit und man weiß stellenweise nicht, ob dies wirklich zur Übung gehört oder nur der Hartmach-Phantasie seines Kommandanten entspringt. Erst zum Ende hin erlangt der Zuschauer Klarheit über die wahren Umstände.
Das Problem dabei sind die großen Längen der Story. Teilweise nervt es einfach nicht zu wissen, was man glauben soll und was die Wahrheit ist. Auch die sich teilweise wiederholenden Strapazen verdeutlichen bald nicht mehr das Leid der Ausbildungsteilnehmer, sondern öden an. Darunter leidet die Spannungskurve dann empfindlich, so dass der Film erst im temporeichen Finale Interesse wecken kann. Ein paar Wendungen im Plot sind ganz gut, andere hingegen sehr vorhersehbar.

Immerhin gibt es auch ein wenig Action zu bewundern, wobei das meiste am Ende zu finden ist. Dabei handelt es sich um die typische Action eines derartigen Militärfilms, also ein wenig Geballer und ein paar Stunts. Bis auf das Finale sind die Actionszenen aber eher mau und so nett der Showdown auch anzusehen ist, so wenig passt er zu dem vorhergegangenen Film. Zumal hier mal wieder die überlegene Treffsicherheit der guten Partei im Gegensatz zum ziellosen Rumgeballer der Gegner verärgert, da es einfach zu unglaubwürdig ist.
Die Schauspieler sind auch nicht wirklich gut und spielen alle recht klischeehaft. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Figuren auch alle recht klischeehaft sind und die ohnehin schon schwachen Darsteller überhaupt nicht gefordert werden.

Durchschnittlicher Militärthriller, trotz einiger Ansätze und eines unglaubwürdigen, aber actionreichen Showdowns nur für Militärfans und Actionvielseher geeignet.

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