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In den ersten Minuten wähnt man sich in einem schwülstigen Teeniefilm, aber eine geisterhafte Erscheinung erinnert schnell daran, dass GHOST CLUB doch eine spanische Geisterkomödie sein will. Geister kommen allerdings nicht viel darin vor und der Film lebt eher von den Vorstellungen seiner Protagonisten über die virtuellen Besucher. Er spricht die ganze Familie an, die Jüngeren werden sich über diverse nicht zu zahlreiche gute Gags auf die Schenkel klopfen können die sich meist um die Streiche der geisterhaften Inkarnationen drehen und die tricktechnisch zwar einfach, aber sehr effektiv gestaltet sind.

Die Älteren können sich über die sexuellen Anspielungen, eine zarte Liebesromanze und eher zotigen Witze erfreuen. Die FSK 12 ist absolut angemessen. Gruselig ist GHOST CLUB jedoch nie, er versucht es auch gar nicht und ist eine leichtfüßige Komödie durch und durch. Unsere Hauptfigur Modesto sieht tote Menschen. Schon als Kind und nun als Erwachsener als Lehrer bekommt er an der Schule natürlich große Schwierigkeiten, denn die Geistererscheinungen hören dort nicht auf und betreffen auch die Schüler. Aber er stellt sich der Herausforderung mutig …

GHOST CLUB lebt erfolgreich von Selbstironie und nimmt sich dementsprechend niemals selbst ernst. Es herrscht der Look von Teeniekomödien der 80er und 90er vor und der Film verströmt wirklich eine sehr charmante Indiefilm-Komödien Atmosphäre. Es gibt eine Menge liebevoller Charaktere und eine durchaus gut zusammenspielende Darstellercrew ohne Ausfälle. Natürlich gibt es eine Menge Klischees und auch einige Längen aber es hält sich angenehm in Grenzen. Sehr gelungen ist eine Szene mit einem amoklaufenden Skelett und einige Gags mit herumschwebenden Gegenständen sind wirklich gut anzusehen und passen wie die Faust aufs Geisterauge.

Positiv ist auch die europäische Filmsprache von GHOST CLUB, die sich angenehm von den Heerscharen ähnlicher amerikanischer Produktionen und deren Dramaturgieschemata in diesem Umfeld abhebt. Dazu gehören auch die diversen Tanz- und Spaß-Szenen, die auch mit wahlweise spanischer oder amerikanischer beschwingter Musik eben aus der 80ern oder 90ern unterlegt sind. Ohne große Erwartungen und als kleines beschwingtes Geisterfilmchen für zwischendurch eignet sich GHOST CLUB in jedem Fall. Die mit viel Herzblut gemachte Umsetzung entschädigt durchaus für einige formale Schwächen.

5,5/10 Skelettmittelfingern....äh,....Punkten

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