Seit Jahren, allerdings aufgrund von längst in der Vergangenheit liegender Werke wie The Eye (2002) und Re-cycle (2006) besitzen die Brüder Danny Pang Fat und Oxide Pang Shun eine Art Vormachtstellung, die Sperrspitze des kantonesischen Kinos in Sachen Horror, wobei diese Exklusivität auch tatsächlich nur aufgrund der anfangs eingestellten Arbeiten und dem des Einzelgängertums im Genre besteht. Mittlerweile, bis auf zwei, drei vernachlässigte Werke pro Jahr, wenn überhaupt, ist das filmische Material über die Angst und das Erschrecken im heimischen Lande selber so gut wie tot, was den Pangschen Entwürfen notwendigerweise schon automatisch den Rang der Leitbildes vorangibt. Die Qualität bleibt dabei im Grunde beständig, aber auf einem eher niederen und gerade in dieser Einzahl auch nicht genügenden, weder die Bedürfnisse befriedigenden, noch neue Anreize gebenden Niveau:
Die nach der Trennung von ihrem Mann Ming [ Kenny Wong ] alleinlebende und auch von Zuhause aus als Schneiderin arbeitende Cheng chi-yee [ Angelica Lee ] leidet seit geraumer Zeit am Schlafwandeln, was sie des Nachts auch unbewusst aus der Wohnung hinaus auf die Straßen und an die entlegensten Orte treibt. Eines Tages von der Polizistin Sergeant Au [ Huo Siyan ] dabei aufgegriffen, gerät sie mit ihren Andeutungen zwischen Traum, auseinandergerissenen Rückblicken und verwirrt erlebten Skizzen auch in der Ermittlungen um das verschwundene Kind von Aus Schwester Kee [ Charlie Yeung ]. Cheng, selber vom Schicksal gebeutelt und nur von ihrem Arbeitgeber und nächsten Bekannten Eric [ Calvin Li ] zumindest ein wenig unterstützt, versucht, ihre Schlaf- und gleichzeitig unbewussten Wachphasen erst zu verhindern, dann zu kontrollieren und mithilfe von Hypnose durch Professor Yip [ Marc Ma ] und Kamera auch zu steuern. Doch noch ein ganz anderes Problem plagt sie. Ihr Ex-Mann Ming ist ebenfalls als verschwunden gemeldet, und sein letzter Aufenthalt war laut Aussagen nachweislich scheinbar bei ihr.
Die zweite 3D Materialisierung nach dem vorjährigen The Child's Eye (2010) entspricht dabei exakt der Gimmickgestaltung von Regisseur Oxide Pang, der mit leidlich bekannten Cast und durchaus vielversprechenden, aber jetzt nicht grundweg originellen Aufhänger erneut den Weg des geringsten Widerstandes und auch Kreativität geht. Erneut sieht die Produktion visuell solide, durch ein Budget von 4.5 Millionen USD aber auch entsprechend im Rückgrat fixiert und mit wenigen stilistischen Eigenheiten versehen aus, wird so also der geringmöglichste Anspruch in Sachen Marketing und Verkäuflichkeit auch im Ausland sicherlich initialisiert. Durch die Besetzung der Hauptrolle mit der durchaus auch bei Publikum und Kritiker gleichermaßen geschätzten Angelica Lee, die gar ihren eigenen Ikonenstatus und so erweitertes Dasein als Zugpferd vorweisen kann, ist die Mär vom unbewussten Erinnern an schlimme Ereignisse und dem Wandeln zwischen mehreren Ebenen (Wach und Traum, Gegenwart und Vergangenheit, Schuld und Sühne) auch folgerichtig auf Aufmerksamkeit prononciert.
Lee, die über lange Zeit die oft einzige Person mit empathischen, wenn auch nicht gleich sympathischen Bezug in der Handlung und so mit die einzige Komponente des Festhaltens an Bezügen der einschläfernd langsamen Geschehnisse überhaupt darstellt, kann mit vergleichsweise schematischen Spiel allerdings nicht die Trockenheit von Skript und Inszenierung unterbinden. Theoretisch liegt der Horror auch gar nicht offen aus und vor, sondern handelt es sich um ein untätiges Kriminalstück um gleich mehrere Entführungs- und Vermisstenfälle mit vorherrschend dramatischen und so bemüht erwachsenen Elementen. Die bemühte, nicht erreichte Komponente von Furchtsamkeit und Alb kommt durch das titelgebende Schlafwandeln, das Nichtwissen der Tätigkeiten während diesen somnambulischen Tuns und die Amnesie vom eigenen Körper und Verstand, Wird dieser durchaus interessante Ansatz aber mit Halbwahrheiten und populären Mythen und natürlich nicht vom wissenschaftlichen oder gar (ethno)psychiatrischen Standpunkt her erklärt und versetzt.
Sowieso bleibt das Bewusstsein hier im Grunde überaus oberflächlich im Bilde, findet wie angekündigt nur nahezu stetig ein und derselbe Traum und selbst bei der Hypnose, dem nächsten schlafähnlichen Zustand, kein neuer aufklärerischer Anlauf, sondern nur die Doppelschichten von verbalen Paraphrasieren und mimischer Dürre statt. Ein reines Spiel von mehr oder minder einfallslosen Suggestionen, die ähnlich wie im Vorgängerfilm, aber auch im von Danny Pang im Alleingang auf dem Regiestuhl gestemmten Forest of Death (2007) und In Love with the Dead (2007) nur die überaus winzige Variation bereits längst bekannter Vorstellungen, und in jeweils auf Dauer recht ermüdenden Firlefanz ergibt. Im Grunde ist das ein großes Leid, mit viel abkömmlichen Stillstand, der fruchtlosen Apathie, dem der Pangs selber und der mangelnden Konkurrenz sowie des so bestätigten Ausruhens auf Routine nach Maßstab F.