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Als 1986 der erste von insgesamt neun Filmen der Reihe „Karate Tiger“ herauskam, wurde Jean-Claude van Damme rasch zum Star der akrobatischen Kampfkunst. Was folgte, waren meist billige Plagiate mit der immer gleichen Story um einen Underdog, ein Turnier und einen fiesen Endgegner. Teil 8 ist da kaum anders, aber immerhin sympathisch aufgezogen.

Dale (Michael Worth) ist eigentlich Kfz-Mechaniker, doch er gerät häufiger in Schlägereien. Als sein Freund bei einer Highsociety-Veranstaltung des skrupellosen Gallagher (Marshall R. Teague) aus Spaß gegen den Kämpfer Bragg (Matthias Hues) in den Ring steigt, stirbt dieser daraufhin an den Verletzungen. Dale schwört Rache, doch er benötigt zwei Trainer, welche vor einigen Jahren ebenfalls eine üble Begegnung mit Gallagher hatten…

Hach, die Neunziger: Die Explosionen waren noch echt, aber Jeans zog man sich bis zum Bauchnabel hoch, während kabellose Telefone voll im Trend lagen. Mittendrin ein Jüngling, den man auf den ersten Blick nicht den Hauch von Kampfkunst abnimmt, zumal der Knabe eine Tochter haben soll, welche jedoch allenfalls sechs Jahre jünger aussieht als er selbst.
Die ersten körperlichen Auseinandersetzungen lassen zunächst nichts Gutes vermuten, als es in einer Kneipe ein wenig mit den Fäusten rund geht.

Doch die Chose steigert sich, als es in den Garten von Gallagher geht, in dem ein paar dekadente Zuschauer dem bewegungsreichen Treiben mit zuweilen doofen Kommentaren beiwohnen. Die Choreographie verknüpft hauptsächlich Boxkampf mit Ringen und bindet ein wenig Karate ein, was handwerklich okay in Szene gesetzt ist. Allzu hart fallen die Fights zwar nicht aus und es fließt kaum Blut und Knochenbrüche bleiben außen vor, doch es ist einigermaßen Dynamik im Spiel.

Das Drumherum ist indes entweder selten dämlich oder einfach nur unbeholfen charmant, wie die Trainingseinheiten beim Duo (bärtiger Hüne, asiatischer Hinkefuß mit schnellem Kampfstock), die dem Recken ein paar Weißheiten mit auf den Weg geben, wobei Meditation bei Dale zum Tiefschlaf führt. Die Sache mit dem Love Interest hätte man sich hingegen schenken können, da die Dame einerseits nicht sonderlich attraktiv rüberkommt und der Zwiespalt zwischen neuer Liebe und der Maitresse von Gallagher andererseits kaum ausgespielt wird.

Darstellerisch bringt Matthias Hues, ein gebürtiger Westfale, einiges an Charisma mit und überzeugt mit ordentlicher Präsenz, während Worth schlicht zu jung erscheint, um einen Mann von Anfang Dreißig zu verkörpern. Immerhin ist der Typ recht flink auf den Beinen und bekommt ein paar ordentliche Moves hin.
Demgegenüber ist der Score eine einzige Enttäuschung, denn einerseits bleiben die trashigen Songs aus, welche eigentlich in die Reihe gehören und auch die sonstige Untermalung ist komplett unauffällig.

Ganz goldig ist am Rande noch der Running Gag mit dem muskulösen Autobesitzer und seinem Gefolge, welche sich mehrfach mit Dale anlegen und auch der schmierige Ringsprecher, der nicht von ungefähr an Michael Buffer erinnert, kann ab und an ein Lächeln hervorrufen. Ansonsten bleibt die Story komplett überraschungsarm und entsprechend vorhersehbar, die Action geht in Ordnung, ist aber nicht allzu erinnerungswürdig, während die Figuren ansprechend gezeichnet sind und für passable Unterhaltung sorgen.
Ein insgesamt netter Zeitvertreib, die ganz große Kampfkunst wird jedoch nicht geboten.
6 von 10

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