Der ungewöhnliche Titel hätte ja bereits einen Preis verdient, doch es wäre wohl der erste, der jemals an die Truppe von SyFy gehen würde. Ansonsten herrscht ein wenig Weihnachtsstimmung in der Billigfilmschmiede, denn während andere mit Kitsch und Santa Clause zum Fest der Liebe schreiten, dominiert bei SyFy wieder Endzeit.
Normal in Alaska: Am Weihnachtsabend landet ein Geschenkpaket vorm Hause der Millers, welches eine Schneekugel beinhaltet. Die Kugel zeigt das Abbild des Dorfzentrums in Miniaturform, doch sie scheint sich zu stets verändern. Kurz darauf kommt es zu einem Erdbeben, was nur der Vorbote weiterer unerklärlicher Ereignisse darstellt…
Die Grundidee erinnert ein wenig an die griechische Mythologie und die Büchse der Pandora: Einmal geöffnet werden Plagen und Elend auf die Menschheit losgelassen, was sich in diesem Fall jedoch ausschließlich auf den verschneiten Ort in den Bergen bezieht, welcher im Übrigen aus nur wenigen Häusern und etwa zwanzig Einwohnern besteht.
Familie Miller steht im Zentrum dieses Minimalspektakels: Vater John als vorpreschender Held, Mutter Beth als Hubschrauberpilotin und Sohn Rudy, der aufgrund des starken Hangs zu Fantasy-Rollenspielen eigentlich schon die Lösung im Hinterkopf hat. Nur Tochter Jennifer nervt latent, denn erst schwärmt sie in peinlichster Form für einen Snowboarder und später flennt sie in jeder kleinen prekären Situation. Hinzu kommen noch ein paar Randfiguren, denn ein ausgemachter Katastrophenfilm benötigt ja mindestens vier parallel ablaufende Handlungsstränge.
Somit ist zumindest für ein wenig Abwechslung gesorgt, denn die Effekte lassen einige Zeit auf sich warten. Recht gut und einigermaßen spannend in Szene gesetzt sind jedoch die Schneegeschosse, welche durch den Aufprall in den Bergen und im Dorf für umher fliegende Eiskristalle sorgen und dabei ein paar Verletzungen herbeiführen. Eine Lawine sieht auch noch okay aus, die Erdrisse nach kleineren Beben passabel, nur die aus dem Boden hervorschnellenden Steinstämme wirken reichlich unecht.
Leider fallen die Effekte etwas spärlich aus, obgleich man sich nicht übermangelnde Bewegung beklagen kann.
Mal sitzen zwei in einem Bus fest und sind von Stromleitungen umgeben, dann droht ein Heli abzustürzen, ein Snowboarder muss verletzungsbedingt abgeseilt werden und zwischendurch rennt der Hund weg.
Erklärungen für die mystische Wirkung der Kugel werden hingegen nicht geliefert und auch die Möglichkeit, den tödlichen Fluch zu bannen, erscheint final reichlich an den Haaren herbeigezogen, zumal nicht ersichtlich wird, woher diese stammt und wer sie vorm Haus platzierte.
Ansonsten wird übliches SyFy Niveau geliefert: Austauschbare aber taugliche Mimen, ein auffällig engagierter Score, eine zurückhaltende Ausstattung und durchwachsene Effekte.
Und wie fast immer gilt für derartige Streifen: Ein kurzweiliges, jedoch kaum markantes Werk, welches Genrefans als Zwischenmalzeit oder gar Beschallung mit Bildern mitnehmen können, um sich am nächsten Tag kaum noch an Einzelheiten zu erinnern.
5 von 10