Im typischen Schlingensief Stil mit viel Improvisation, vermeintlichem Chaos und Exaltiertheit werden die „letzten Tage des Udo Kier“ und seiner engsten Vertrauten dokumentiert. Udo ist eine Diva und inszeniert seinen Tod um das Medieninteresse auf sich zu ziehen. Es finden sich alte Freunde und Weggefährten aus Schlingensiefs Filmen wie Alfred Edel, Dietrich Kuhlbrodt, Susanne Bredehöft und andere und auch Schlingensief selbst, spielt in unnachahmlicher Weise einen völlig inkompetenten und uninteressierten Reporter.
Wie kaum ein anderes filmisches WERK zuvor und auch danach transformiert sich das Filmgeschehen indirekt in eine Hommage und Biografie von Udo Kier bis ca. Mitte der Neunziger. Auch die jüngste Dokumentation ICH UDO kommt dem Menschen Udo Kier kaum näher als dies TOD EINES WELTSTARS fast en passant tut. Es gibt diverse Filmausschnitte aus seiner Arbeit mit Warhol/Morrisey, van Sant und Lars von Trier. Am Ende treten sogar Rainer Werner Fassbinder und Warhol leibhaftig im Film auf und sorgen für würdige Höhepunkte.
Schlingensiefs filmisches Werk hat er am Ende seines Lebens oft selbst hinten angestellt und für mich ist es bis heute nicht ausreichend gewürdigt worden. Schon 1994 hat Schlingensief mit dieser Form der Darstellung die Übersteigerungen des Privatfernsehens, die Verletzung der Intimsphäre des Einzelnen und das Prinzip der Mediengeilheit treffend karikiert. Dass dies genau so und schlimmer eingetreten ist beweisen hunderte von privaten Sendeformen wie „Dschungelcamp“ und „DSDS“ aufs schärfste. Udo Kier Satz im Film „Ich habe nichts bereut“ trifft sowohl auf TOD EINES WELTSTARS wie auf sein reales Leben zu und somit kann der Film für alle Schlingensief oder Udo Kier Verehrer gleichermaßen empfohlen werden.
8/10 Punkten