Dieser herausragenden deutschen Produktion im Gewand eines rasanten Politthrillers ist der internationale Erfolg mehr als zu gönnen. Auf dem Ausstattungs- und Dramaturgieniveau gängiger Hollywood Produktionen und einem weitgehend überzeugenden Moritz Bleibtreu als Journalist Jensen in der Hauptrolle wird über fast 2 Stunden eine spannende und politisch stets aktuelle Story von Russland und seiner Verwicklungen in terroristische Aktivitäten vorgetragen. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut und man fällt nach einiger Zeit sehr gut in die Geschichte und leidet nachhaltig mit unserem Protagonisten Paul Jensen.
Die spannende Story hier nur in Grundzügen ohne etwas zu vorwegzunehmen (OHNE SPOILER!): Der Deutsche Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) aus Berlin geht nach Moskau um dort eine russische Zeitschrift auf moderne Standards zu bringen. Sein Vater hatte dort auch vor einigen Jahren gearbeitet bis er starb. Er lernt Katja (Kasia Smutniak) kennen und es beginnt eine dramatische Entwicklung der Ereignisse die niemand hätte vorhersehen können…………Die Details der politisch sehr brisanten Story sind – wie der Film selbst schon am Anfang bemerkt – frei erfunden und sollen nicht als Tatsachen gesehen werden.
Obwohl der Anfang von DIE VIERTE MACHT ein wenig wie ein nicht enden wollender Videoclip daherkommt und etwas platt wirkt, und das Ende auch nicht den stärksten Teil des Films darstellt wird dies durch einen harten, kompromisslosen und absolut authentisch wirkenden Mittelteil in dem die große Verzweiflung der Figuren sehr durch die Leinwand spürbar ist mehr als kompensiert. Mehr Details können hier nicht verraten werden, nur so viel, es wird ein grauenhafter Einblick in die Machtmittel (= die „vierte Macht“?) eines totalitären Regimes.
Das authentische Gefühl wird auch ein wenig von der deutschen Synchronisation getrübt, die notwendig war, da der komplette Film in Englisch gedreht wurde und auch Moritz Bleibtreu sich nachträglich selbst synchronisieren musste was man schon gemerkt hat. Die Synchronisation selbst ist aber gut und hochwertig. Zudem gefällt nicht nur mir nicht, dass in solchen Filmen immer alle – in diesem Fall Russen - aus deutscher Sicht "nicht deutschsprachige" durchgängig mit osteuropäischem Akzent ins Deutsche synchronisiert werden müssen.
Aber das sind Kleinigkeiten eines ansonsten unglaublich spannenden und über weite Strecken auch sehr authentisch wirkenden Thrillers mit guter Story, mit dem sich diese deutsche Produktion in keiner Hinsicht auf dem internationalen Filmparkett verstecken muss. Regisseur Dennis Gansel empfiehlt sich mit DIE VIERTE MACHT nach dem Überraschungserfolg DIE WELLE von 2008 und zuletzt WIR SIND DIE NACHT für weitere spannende und genreübergreifende Filmprojekte.
7,5/10 Vodkas….äh,….Punkten