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Wer nach dem interessanten Trailer auf einen intensiven Verschwörungsthriller aus dem Heimatland hoffte, der wird den Saal wohl eher enttäuscht verlassen: Wie für deutsche Produktionen fast schon üblich kommt Die Vierte Macht nur recht selten über gehobenes TV-Niveau hinaus - weder Inhalt noch Inszenierung lassen richtiges Kino-Feeling aufkommen. Die Handlung um einen vom russischen Staatsapparat schikanierten Reporter zeigt sich bis zum Gefängnispart ziemlich vielversprechend, verliert nach der Halbzeit aber deutlich an Druck - ein angespanntes Gefühl der Gefahr ist zum Showdown hin nur noch selten auszumachen. Das schöne Setting in Moskau bietet zwar teils tolle Motive, nur werden diese oftmals nicht wirklich packend eingefangen. Immerhin vermag Moritz Bleibtreu den Streifen schauspielerisch locker zu stemmen. Ein Film der verpassten Möglichkeiten, dem es an mitreißenden Ideen mangelt.