Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 23.03.2014

Der Plot lässt eine nicht uninteressante Romanvorlage erahnen, die je nach Schwerpunktsetzung unter Umständen auch intensiv mit Mystery- oder Philosophie-Aspekten kokettieren könnte (ich selber kenne sie nicht), der Film macht aus der reizvollen Ausgangslage aber leider erschreckend wenig und mündet schließlich in typisch deutschen Erklärbär-Tugenden mit höchstem Anspruch auf detektivische Tatsachenforschung, als gegen Filmende durch einen Herbstwald spaziert wird und die gesamte Handlung in einem Frage- und Antwortspiel für Zurückgebliebene nochmals aufgedröselt wird. Doch nicht nur das Ende, auch der Weg dorthin ist mit Vorsicht zu beschreiten: Mitunter navigiert Bács recht planlos durch die eher kostengünstigen, aber immerhin hochwertig gefilmten Sets und versucht, Plotstränge aufzugreifen, ohne recht zu wissen, wie er sie in den nächsten Szenen verarbeiten soll.

Das nicht unwichtige Casting ist immerhin teilweise als geglückt zu bezeichnen: Hauptdarsteller Christian Traeumer bleibt zwar eher als Fehlbesetzung haften, weil er viel zu kalt und teilnahmslos wirkt, wodurch vor allem das Verhältnis zwischen ihm und Eric Roberts leidet, der ansonsten meist solide durch die Handlung schlendert, in den dramatischen Szenen aber an seine Grenzen (bzw. die Grenzen seiner Bereitwilligkeit) stößt. Ben Becker und Peter Greene sorgen für ein paar willkommene Farbtupfer. Ganz stark und überhaupt auf einem ganz anderen Niveau als der Restfilm aber ist die Sequenz mit Dieter Hallervorden, der im Vergleich zum Rest ein wahres Feuerwerk abbrennt.

*weitere Informationen: siehe Profil

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