TO BE THE BEST
Wenn man einen PM-Film in ganz Deutschland kennt, dann handelt es sich um TO BE THE BEST, woran die Umbenennung in KARATE TIGER 7 wohl nicht ganz unschuldig ist…
Erick (Michael Worth) und sein älterer Bruder Sam (Phillip Troy) verdienen ihr Geld bei gelegentlichen illegalen Streetfights in Los Angeles. Vater Rick (Martin Kove) sieht gar nicht gern, wie die Jungs ihr Talent vergeuden und so beruft er sie in das US-Martial Arts-Team, mit welchem er an den in Las Vegas ausgetragenen Weltmeisterschaften teilnehmen will.
Respekt haben die fünf US-Fighter (darunter auch Vince Murdocco und Art Camacho) weder vor ihrem eigenen Trainer, noch vor dem gefährlichen Thai-Team (u.a. Steven Vincent Leigh und Ron Yuan), welches als haushoher Favorit gehandelt wird. Man vergnügt sich lieber bei Bowling und Glücksspielen, während Erick schnell noch seine Freundin ehelichen will.
Als selbst in der Kirche eine Schlägerei losbricht, flüchtet sich Ericks Zukünftige in die Arme des reichen Geschäftsmannes Jack (Alex Cord). Für diesen ist die junge Frau ein prima Weg, Erick zu manipulieren. Schließlich hat er sich mit seinen schmutzigen Fingern auch schon am Turnier vergriffen, Kämpfer bestochen, Wetten abgeschlossen und zeichnet sich zur Krönung auch noch für Karriereende und Trinksucht von Vater Rick verantwortlich…
Damals, Anfang der 90er Jahre, war das PM-Logo noch eher schlicht gehalten und die junge Firma verdiente ihr Geld hauptsächlich damit, Videotheken mit kleinen Martial Arts-Streifen zu versorgen! Ähnlich den Werken DEADLY BET, FIREPOWER und FIST OF HONOR gibt es auch bei TO BE THE BEST Schlägereien en Masse zu bewundern, während für Crashorgien und spektakuläre Shoot-Outs noch kein ausreichendes Budget verfügbar war!
Einspruch! Zu Beginn des Films sehen wir Erick, welcher unfreiwillig an einem Rundflug teilnimmt, bis der dämliche Pilot mit seinem Hubschrauber in einen Wolkenkratzer donnert! Auch Sams Einführung verläuft aufregend! Von der Polizei durch die Stadt gejagt, lässt er einige Autowracks und auch einige (vermutliche tote) Polizisten auf der Straße zurück!
Da dies in Amerika nicht strafbar zu sein scheint, geht es nach einigen Aufwärmfights und ein wenig Bodybuilding auch direkt nach Las Vegas! Die US-Fighter und die Thais scheinen sich nicht sonderlich zu mögen und so wartet man gar nicht erst bis zum Turnier, sondern nutzt jede erdenkliche Gelegenheit, um sich gegenseitig aufs Maul zu hauen! Selbst knackende Arme und Genicke halten die Fighter nicht davon ab, kerngesund zum Turnier zu erscheinen!
Die zweite Hälfte des Films tut dann auch nichts anderes, als zwischen Ring und Casino hin- und herzuzappen! Ein Fight, ein Dialog zwischen Vater und Sohn, noch ein Fight, Leute, die an einarmigen Banditen zocken, wieder ein Fight, Sam verliebt sich in die Schwester eines Thai-Kämpfers, schon wieder ein Fight, Vater Rick läuft durch Las Vegas und säuft, Halbfinale und auf einmal sind wir auch schon mitten im großen Finale USA gegen Thailand!
Die Kampfszenen wurden von Art Camacho recht schick choreographiert, wobei aber weder einzelne Duelle, noch einzelne Fighter oder deren Moves herausragen, bzw. im Gedächtnis bleiben! Es gibt einfach konstant was auf die Fresse und was dazwischen passiert, interessiert sowieso niemanden! Gehört bei jedem PM-Komplettisten in die Sammlung, verdient aber keinen Ehrenplatz und wehe dem, der ihn in die KARATE TIGER-Reihe einsortiert hat! ;D
6/10 Punkten, diBu!