"Dispara!" ist ein schonungsloses Drama, das zeigt, wie aus einem lebenslustigen Menschen ein verzweifelter Mörder werden kann, der sich sämtliche Chancen verspielt!
Journalist Marco (Antonio Banderas) verliebt sich während einer Reportage über den madrider Zirkus in die Kunstschützin Ana (Francesca Neri). Nachdem sie eine Nacht miteinander verbracht haben, muss Marco berufsbedingt nach Barcelona. Nach einer der Aufführungen wird Ana nachts von drei betrunkenen Jugendlichen brutal überfallen und vergewaltigt. Erfüllt von Rache macht Ana sich am nächsten Morgen auf die Suche nach ihren Peinigern. Schon bald findet sie das Trio und tötet einen nach dem anderen. Als ihr später eine Frauenärztin diagnostiziert, dass sie bald selber sterben würde, wenn sie nicht sofort ein Krankenhaus aufsucht, ergreift Ana die Flucht, wobei sie von zwei Polizisten kontrolliert wird. In ihrer Verzweiflung greift Ana zur Waffe und erschießt beide Beamte. Marco ist indessen von Barcelona zurück und erfährt bald darauf von Anas Taten...
Antonio Banderas (Assassins - Die Killer) agiert hier in einer seiner früheren Rollen und macht seinen Job nicht schlecht. Eine passable Leistung. Auch Francesca Neri (Collateral Damage) beweißt, dass sie nicht nur gut aussehen, sondern auch schauspielern kann. Sowohl den lebensfrohen Menschen als auch die verletzte, verzweifelte und von Rachegefühlen erfüllte Frau nimmt man ihr ab.
Regisseur Carlos Saura (Tango) inszenierte "Dispara!" ziemlich realistisch, was gut rüber kommt. Das liegt auch daran, dass der Film eine spanisch-italienische Produktion ist und eben kein typisches Hollywood-Produkt. So kloppt Marco dem Bullen nicht direkt eine aufs Maul, als dieser Ana eine Hure nennt, und der Film glorifiziert Anas Charakter auch nicht. Es wird auch ein wenig Platz für Kritik an der Sensationsgier von Journalisten gelassen, und bei der Vergewaltigung wird erst weggeblendet als der wirklich üble Teil dran kommt. Die Shoot-Outs sind nicht allzu blutig geraten, da sie nicht wirklich übertrieben wirken. Wäre "Dispara!" eine Hollywood-Produktion, so hätte Ana (vermutlich) überlebt und hätte wegen milderen Umständen (davon redet auch Marco am Ende) nur eine leichte Strafe bekommen. Doch nicht so in diesem Streifen, der kein Happy-End enthält. Die Musikuntermalung trägt in "Dispara!" einiges zur Dramatik bei, was auch gut rüberkommt.
Alles in allem ein teilweiser düsterer, verbitterter und schonungsloser Film aus Spanien mit einem späteren Hollywood-Star!