Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.04.2013

Tatsächlich, die um sich selbst drehenden Anderson-Ellipsen werden mal nicht ins Nichts gepflanzt, sondern in einen sinnvollen Kontext. Mit gleitenden Schienenkameras durch ein puppenhausartiges Gebäude macht der stets exzentrisch agierende Regisseur von Anfang an die Theaternähe seines neuen Films klar. Figurengrüppchen tummeln sich am Bildrand und werden auf ein Stichwort in die Bildmitte geschubst, wo sie von Beleuchtung und Effekten entsprechend in Szene gesetzt werden. Auch "Moonrise Kingdom" lässt dabei nicht den trockenen Humor vermissen, der sämtliche Mundwinkel sich zusammenziehen lässt - vom Ausbruchstunnel, der in ein Zelt geschnitten wird, bis zum Fahrrad, das in der Baumkrone steckt, knüpft Anderson in gewohnter Manier eine Seltsamkeit an die nächste. Zum Ende hin aber setzt er einen dramaturgischen Aufbau wie eine schützende Krone über sein Puzzle - ein bislang ungewohnter Schachzug Andersons, ein Schritt auch in die Konvention hinein, der an dieser Stelle aber gar nicht so unpassend erscheint.

*weitere Informationen: siehe Profil

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