Review

Genre: Horror ? No Way.

Wenn man "Excision" in kurzen Sätzen beschreiben müsste, ist dieser Film eher ein Drama um das Mädchen Pauline, die durch ihr Umfeld an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet, was natürlich im Halligalli-Drecksau-Finale enden muss. Und das ist auch gut so.

Die eingeschobenen Splatter-Elementen eines typischen Horrorfilms in Form von Pauline´s (Tag-)Träumen, dienen zum einen mehr Zuschauer für "Excision" zu gewinnen - zum anderen wird dadurch ein bildgewaltiges, facettenreiches Psycho-Drama erschaffen, das mit hervorragenden Schauspielern besetzt ist - und eben nicht jedem schmecken wird, der auf Mainstream setzt.
Allen voran ist es natürlich AnnaLynne McCord, die die ungepflegte, soziopathische Pauline verkörpert, die gegen die dysfunktionale Mutter (Traci Lords) rebelliert und von einem Medizin-Studium träumt, das sie im weiteren Filmverlauf auf eigene Faust "verwirklicht".

Die Faszination, die der Film aufweist, besteht nicht durch die üblichen Elemente wie Spannung oder Mitfiebern, sondern der Ekel von Paulina´s Hang zu grotesken Erotik- und Gewaltfantasien. Das beste Beispiel ist  Paulines konsequente Umsetzung ihrer Entjungferung - während ihrer Periode wird sie von einem Durchschnittsschüler durchgebuttert, der im Akt erst sehr spät bemerkt, dass die Rote Woche angesagt ist und somit gewidert von ihr springt.

Regisseur Richard Bates Jr. macht hier alles richtig - trotz anfänglicher Abneigung wird Pauline im weiteren Verlauf dank des rabenschwarzen Humors zum Sympathieträger, die im dramatischen Finale ihren Höhepunkt der Grenzüberschreitung trifft und der Zuschauer spätestens dort die wahren Ausmaße der kranken Psyche bewusst wird.

Dennoch hat der Film mich nicht komplett überzeugen können. Vielleicht waren meine eigenen, primitiven Sehgewohnheiten etwas mit der Bilderflut überfordert.

7/10

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