Review

Ein Frauenfilm der besonderen Art. Man(n) muss (?) all seinen rudimentären Anstand zusammenhalten um jetzt nicht ein chauvinistisches Kritikgewitter über BLACK ROCK der Regisseurin Katie Aselton zu entfachen. Ganz wird es mir aber nicht gelingen zurückzuhalten was den tapferen Seher bei dem Film erwartet. Der Titel wirkt zwar martialisch, aber vor allem im ersten Drittel wird so viel gegackert und geschnattert wie es nicht einmal auf der größten Vogelwiese der Welt passiert. Die aus öden Zickereien, Wortwasserfällen und Nichtigkeiten vorgebrachten "Dialoge" des Anfangs werden nach einem einschneidenden Ereignis erst einmal zurückgefahren und BLACK ROCK entfaltet nun seinen vollen B-Film Charakter.

Die Geschichte der 3 Frauen die sich auf eine Insel begeben um sich dort auszusprechen und auf 3 Exsoldaten treffen ist vom Grundprinzip gar nicht so schlecht angelegt um eine spannende Story daraus zu schmieden. Aufgrund einer Kurzschlusshandlung in Notwehr geraten die 3 Freundinnen in eine unschöne Situation…ab diesem Punkt wird der Film zumindest unter sehr wohlwollenden Kriterien und ohne Erwartungen einigermaßen erträglich. Sämtliche Charakterisierungen der Protagonisten allerdings sind sehr holzschnittartig gelungen. Man erfährt keine Hintergründe und Motivationen.

Es wird einfach gehandelt und versucht selbstzweckhafte Gewaltaktionen für die Erzeugung von Terror oder Spannung zu missbrauchen was aber weitgehend misslingt. Einiges wird unglaubwürdig, Logik gehört nicht zu den Stärken von BLACK ROCK und es gibt auch lächerliche Befreiungsversuche die klappen. Irgendwie wirkt alles unausgegoren und schon tausendmal besser gesehen. Ab der Mitte des Films kommt in den Verfolgungsszenen durchaus etwas Spannung und Atmosphäre auf und ein Totalausfall wird erfolgreich vermieden. Auch ein wenig Blut und ganz ordentliche handgemachte Effekte kommen später ins Spiel und handwerklich ist insgesamt nichts auszusetzen.

Man wähnt sich in einer rüden Kreuzung von SEX IN THE CITY mit dem Versuch eines Terrorfilmchens. Sicherlich trägt zu der niedrigen Bewertung bei, dass solche Filmchen überwiegend von Männern konsumiert werden. Das Ende und der finale "Kampf" wirkt wie eine Kirmesklopperei unter Besoffenen choreographiert von Vorschulkindern. Hier lässt BLACK ROCK all seine Trash-Muskeln spielen und verliert noch mal eine Menge Kredit. Mehr Worte lässt mich dieses schmale Filmchen wirklich nicht finden und ich schließe hier ohne eine Empfehlung ab und warne vor der geschickten Werbung zu BLACK ROCK.

2,5/10 Punkten

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