Einen Survival-Thriller mit Ansätzen von Rape-and-Revenge-Filmen kann natürlich auch mal eine Frau drehen und eventuell böten geschlechtsspezifische Sichtweisen eine willkommene Abwechslung. Doch wenn statt Hetzjagden Problemgespräche und statt einer gnadenlosen Gangart nur Weichspüler geboten werden, ist es mit dem Unterhaltungswert nicht weit her.
Sarah will die seit Jahren zerstrittenen Freundinnen Abby und Lou vereinen, weshalb sie einen Trip auf eine einsame Insel organisiert. Noch am ersten Abend gesellen sich drei ehemalige junge Söldner hinzu und es scheint ein vergnügliches Beisammensein, bis einer der Typen beim Versuch einer Vergewaltigung erschlagen wird. Die beiden anderen schwören daraufhin blutige Rache…
Mit der eigentlich immer zündenden Prämisse zwischen „Deliverance“ und „I spit on your grave“ kann man im Prinzip nicht so viel verkehrt machen, doch das unausgegorene Skript macht es dem Betrachter von Beginn an schwer. Der Zugang zu den drei Damen fällt beinahe weg, da Zickenkrieg und hölzerne Dialoge vorherrschen und auch die drei jungen Soldaten zeichnen sich nicht gerade durch tiefgründige Gespräche aus. So dauert es eine halbe Stunde, bis es erstmals ein wenig spannend wird.
Im Verlauf wirkt der Schauplatz der einsamen Insel doch recht austauschbar und schürt nur selten Atmosphäre, der Score fällt rein gar nicht auf und auch sonst ist die Ausstattung reichlich mager ausgefallen. Schlimmer ist jedoch die Ideenlosigkeit der Handlung, in der zu wenig Action und Bewegung vorherrschen. Die Jäger verschwinden phasenweise völlig, während die Damen irgendwo im Verschlag hausen und das Streitthema zu lösen suchen, anstatt zumindest über Fluchtmöglichkeiten oder Gegenwehrmaßnahmen nachzudenken.
Allein mit Steinen, Ästen und Geflecht ließen sich simple Waffen basteln, man könnte Fallgruben ausheben oder die Jäger beobachten, um sie gezielt abzulenken, doch all dies geschieht nicht. Stattdessen robben die Mädels laut flüsternd zum Strand, treten ins eiskalte Wasser, um sich danach einen Großteil der Klamotten auszuziehen, während die bösen Buben so unterbelichtet sind, dass sie noch nicht einmal das feindliche Motorboot manipulieren.
So kommt lediglich während der letzten Minuten ein wenig Spannung auf, in Sachen Härte sind gerade einmal ein angedeuteter Kehlenschnitt, Bisse und einige Schläge auszumachen, indes deftigere Szenen im Off verschwinden. Die Mimen performen zwar okay, die Kamera macht auch nicht viel falsch, doch im Gesamtbild nimmt die ungünstige Schwerpunktsetzung merklich Drive aus dem ohnehin schon wenig überlegten Geschehen.
Ein Überlebensthriller der schlichtesten Machart, - kaum kreativ, kaum Mitfiebern, kaum unterhaltsam.
3,5 von 10