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Zwei ehemalige Schulfreundinnen fahren munter drauflos quatschend auf dem Highway; auf einem Parkplatz treffen sie eine weitere Schulfreundin, die von der Initiatorin - der blonden Sarah - unter dem Vowand eines Urlaubs zu zweit dorthin bestellt wurde. Diese ist ganz und gar nicht begeistert vom nun anstehenden Urlaub zu dritt, hat die unerwartet Aufgetauchte ihr doch einstmals den Freund ausgespannt. Dennoch läßt sie sich überreden, und so fährt das Mädelstrio an einen See, wo sie auf eine bewaldete Insel übersetzen - geplant ist ein gemeinsames Campen und schwelgen in alten Zeiten. Eine ähnliche Idee hatten kurz zuvor auch drei junge Männer, die zum Jagen hergekommen waren, und da man teilweise schon miteinander bekannt ist, kann man auch gemeinsam abends am Lagerfeuer sitzen und weiterquatschen. Das belanglose Geschwätz wird jäh unterbrochen, als einer der Burschen seine Triebe nicht mehr kontrollieren kann und bei seinem Vergewaltigungsversuch in Notwehr mit einem Stein erschlagen wird. Seine beiden Kollegen schwören daraufhin Rache...

Die Grundidee des Films als Survival-Thriller wäre prinzipiell gar nicht so schlecht, leider vergeht jedoch viel zu viel Zeit, bis sich die Fronten klären und die Jagd beginnt. Diese Zeit wird zum Großteil mit nervigem Geschwafel der Mädels untereinander vergeudet, das weder die Story weiterbringt noch sonst in irgendeinerweise interessant ist. Die damit beabsichtigte Charakterzeichnung fällt demzufolge unbefriedigend aus, denn mehr als daß der Freund von der einen mal mit der anderen herumgemacht hat erfährt man durch das permanente Gegacker auch nicht. Immerhin sind die drei nicht unbedingt als Schönheiten sondern eher als Mädels aus der Nachbarschaft zu bezeichnen, was ihrem Auftreten immerhin etwas Authentizität verleiht. Noch weniger erfährt man jedoch über die drei Männer, denen man einen Quoten-Schwarzen beigegeben hat, der immerhin ein einziges Mal zwischendurch einen "kühlen Kopf" einmahnt - ansonsten sind sie testosterongesteuerter white trash, der seine Kriegserfahrungen bei der US Army in Afghanistan (inklusive unehrenhafter Entlassung) nicht wirklich verarbeitet hat. Dieses zum Duo geschrumpfte Trio jagt also nun den drei Mädels hinterher und beide Seiten verhalten sich dabei äußerst unlogisch.

Der Fokus von Regisseurin Katie Aselton liegt ganz klar auf dem Verhalten der drei Mädels untereinander, und so ist auch schnell klar, wer hier am Ende als Sieger vom Platz geht. Das Trio, das bald ebenfalls auf ein Duo reduziert wird, muß seine Animositäten wegen vergangener Untreue-Geschichten zeitweilig vergessen und zusammenarbeiten, und so wird durch abermalig nervtötend lange Plappersequenzen der Zusammenhalt der Mädels beschworen. Weibliches Selbstbewußtsein wird hier also großgeschrieben und diese alles beherrschende Thematik täuscht dann auch über diverse Logiklöcher hinweg, Logikfragen, die sich der avisierten Zielgruppe (Mädchen zwischen 15 und 25) vielleicht auch gar nicht stellen - die jedoch allen anderen Zusehern, die hinter dem reißerischen Titel Black Rock - Überleben ist alles etwas anderes, zumindest aber mehr Action und Suspense erwartet hätten, recht bald auffallen.

Nachdem die Heldinnen zuerst über den mondhell erleuchteten Strand zum Wasser gerobbt sind um zu ihrem weiter draußen ankernden Boot zu gelangen, entschließt man sich, trotzdem man schon einige Meter im Wasser ist, zur Umkehr. Die nassen Klamotten abgelegt hüpft sichs dann leichter durch den Wald, wo eine vor Jahren von ihnen vergrabene Kiste wieder ausgebuddelt wird, in der sich u.a. ein Kindertaschenmesser befindet, mit dem ein Ästchen angespitzt wird. Solchermaßen bewaffnet (ein Ästchen!), beschließen die brünetten Amazonen, den Spieß umzudrehen und nun ihrerseits die Männer zu jagen. Die Chancen stehen tatsächlich nicht schlecht, da die beiden selten dämlichen Burschen mit ihren Gewehren zum einen weder zielen noch schießen können und der Schwarze zudem durch eigene Blödheit gestolpert ist und sich das Bein gebrochen hat (man glaubt es kaum...). Es kommt zum finalen K(r)ampf mit ein klein wenig (und deutlich hellrotem Kunst-) Blut, und dann sind die 80 Minuten gottseidank überstanden.

Nichts gegen ambitionierte Amateurproduktionen, aber zumindest das Drehbuch sollte einigermaßen logisch abgefasst sein. Dieser Frauenfilm fokussiert jedoch ausschließlich auf die Befindlichkeiten junger Frauen und deren, ähm, weiblichen Kampfgeist bei drohender Gefahr von außen - auch wenn diese "Gefahr" in Form dreier Vollhonks eigentlich leicht zu beherrschen sein sollte. Immerhin ist die Kameraführung untadelig und die malerische Ferieninsel (die freilich nichts mit einem düsteren black rock gemein hat) ist auch eine geeignete Location, dennoch gehört dieser Film (dessen Inhalt treffender mit dem Titel Blablabla - plappern ist alles umschrieben wäre) sicher zu jenen, die man sich kein zweites Mal antut. 3 Punkte.

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