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Ein ganzes Jahr hat Matt Weston (Ryan Reynolds), der für die CIA in Südafrika ein sicheres Haus leitet, tatenlos auf seine Bewährungschance gewartet. Als sie sich ihm unerwartet bietet, ist Weston geschockt. Sein erster Hausgast ist der gefährliche, abtrünnige Ex-Agent Frost (Denzel Washington), der zehn Jahre Geheiminformationen an internationale Kunden verkaufte, sich gerade aber den Behörden stellte. Der Grund ist seine jüngste Akquisition, ein Datenchip, der Frost und Weston ins Visier von Killern und auf der Flucht in permanente Lebensgefahr bringt...

Ich mag ja diese Art Thriller mit einer gesunden Portion Actionanteil sehr. Jedoch hat man das alles schon viel besser gesehen.
Gut und schön, dass man Weston zusehen darf, wie ihm nach zwölf Monaten als "Restposten-Mitarbeiter" des CIA die Füße einschlafen. Danach werden aber einfach zu viele Gruppierungen und Menschen in den Ring geworfen, dass mal schnell die Übersicht komplett flöten geht oder auch kein roter Faden in der Handlung erkennbar ist. Okay, Denzel Washington ist die große unbekannte Nummer die es im Filmverlauf zu erforschen gibt. Aber who the fuck sind die ganzen anderen Leute? CIA, FBI, Russen, Taliban? Oder etwa doch nur die GEZ-Schnüffler, die härtere Methoden an den Tag legen?
Das könnte aber auch alles nur an der beschissenen Wackelkamera liegen, die permanent im Einsatz ist und den ganzen Filmfluss stört. Ich weiß es nicht.

Nach einem kurzen Gastauftritt von Terminator2-Star Robert Patrick (diesmal mit Reinhold Messner-Gedächtnispelz in der Fresse) wird das Safe House von Auftragskillern gestürmt und alles Gute (in diesem Fall die CIA-Agenten) segnet das Zeitliche. Außer Reynolds und Washington. Denen darf man nämlich ab sofort in haarsträubenden Verfolgungsjagden zusehen, wie sie vor den bad Boys flüchten. Mal zusammen, mal getrennt.
Zwischendurch gibt´s von der Zentrale aus immer wieder News und Updates von Weston´s Vorgesetzten David Barlow (Brendan Gleeson) an seine Mitarbeiter, dass man wie bei CSI:Miami bestens unterhalten wird...
Irgendwann erfahren wir dann, dass Frost im Besitz eines Datenchips mit brisanten Dateien ist und dass es sich dabei nicht um die Deutschen Steuersünder handelt, dürfte einleuchten. Naja, als Highlight und Snack zwischendurch darf Reynolds noch eine Anekdote an die Liebe aussprechen und Washington sich als Friseur versuchen, da er in der ersten Hälfte aussieht, als hätte man ihn von der Gosse aus gecastet. Auch der krönende Abschluss von "Safe House" entpuppt sich als altbacken. Den Braten, wie das Ding hier ausgehen wird, riecht man nämlich schon von weitem.

Fazit:

Man kann vielleicht rauslesen, dass ich mächtig angepisst war. Die erste Emotion.
Aber so im Nachhinein kann ich sagen, dass ich von "Safe House" einfach nur enttäuscht bin. Das einzig positive, was ich mitnehmen kann ist, dass "Safe House" nicht nur ein Filmtitel ist sondern dass es das wirklich gibt und ein Codewort für einen Unterschlupf für Terrorverdächtige darstellt. Zwei erstklassige Stars in einem drittklassigen Actionreißer mit ständigem Gewackelschiss der Kamera. Ein Film ohne Hirn und Seele.

3/10

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