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Es gibt in Hollywood nur eine Handvoll Schauspieler mit so einer Aura wie Denzel Washington. Nicht alle seine Filme sind erfolgreich, mittlerweile sind seine gespielten Figuren auch einander ähnlich. Aber mit welcher ungeahnten Ambivalenz er seine teilweise wirklich unsympathischen und gefährlichen Figuren anlegt, ist schon bewundernswert, vor allem da er auch ein begnadeter Schauspieler ist.
Safe House ist erneut eine Parade-Rolle für den Bad Boy Denzel Washington, und obwohl seine Figur hier gewisse Ähnlichkeiten zu denen aus American Gangster oder Training Day an den Tag legt, so ist seine Figur hier deutlich interessanter angelegt. Und es gibt außer Mr Washington höchsten noch George Clooney, dem diese Rolle so gut gestanden hätte, möchte ich meinen. Ryan Reynolds müht sich wirklich sehr redlich, gegen Denzel Washington vielleicht bestehen zu können. Und sein fehlendes Können macht er auf alle Fälle mit seinem vollen Einsatz weg. Vor allem auch deswegen, weil er seiner Figur auch eine gewisse dunkle Tönung zugesteht. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, da Ryan Reynolds Charakter von Anfang an die Identifikationsfigur des Films ist und dies die Reise die Figur widergibt.
Am Ende des Filmes werden Seiten gewählt werden.
Und diese waren zum Anfang noch nicht absehbar.In diese Reihe der zwielichtigen und zwiespältigen Figuren passt eigentlich jede Figur in Safe House rein, was den Film weitaus weniger vorhersehbar macht, als er auf den ersten Blick erscheint.

Hollywooddebütant Espinosa macht in seiner ersten US-Produktion alles richtig: Er ordnet sich nicht dem Hollywooddiktat unter, sondern bleibt seiner Linie ziemlich treu. Selbst das Ende, welches viele vielleicht als zu gelackt ansehen mögen, passt in sein bisheriges Schaffen und ist nicht das typische Hollywodd-Ende. Respekt dafür.

Seine Inszenierung ist schnörkellos und man wird das Gefühl nicht los, seine Idole wären Oliver Stone und Tony Scott auf Ihren jeweiligen Höhepunkten. Dennoch: Er behält seine eigene Identität bei und verneigt sich auch noch einmal vor seinem Hauptdarsteller seines Abschiedsfilms aus Schweden. Kenner von Easy Money werden den dortigen Hauptdarsteller in einer nicht unwichtigen Nebenrolle wieder erkennen.

Alles in allem ist Safe House eine absolut positive Überraschung eines gar nicht so dummen Action-Thrillers made in USA mit einem wirklich beängstigend überzeugenden Denzel Washington und einem nicht viel schlechteren Ryan Reynolds. Auf alle Fälle empfehlenswert.

8 Punkte

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