The Shakycam Supremacy
Aus einer Zeit in der Jason Bourne noch kein angestaubter Agent aus einer anderen Epoche war, kommt "Safe House" und liefert seinen beiden Superstars Washington/Reynolds ein adrenalintreibendes Actionvehikel über ein CIA-Safehouse in Kapstadt, das plötzlich zwischen die Fronten, Geheimdienste und Schusswechsel gerät...
Auf heimischem Boden... fast.
Daniel Espinosa läuft mit "Safe House" sicher nicht zur Bestform auf, aber ein Fehlschuss ist dieser kompakte Ballermann auch nicht. Die Stars liefern ab und liefern vor allem auch Chemie untereinander. Es gibt bekannte Gesichter an jeder Ecke. Kapstadt ist nie ein schlechter Backdrop. Und die Action hat durchaus Durchschlagskraft. Die Laufzeit ist etwas ausufernd, dafür hatte immerhin Reynolds noch nicht zu sehr sein typisches Grinsen im Gesicht und den Schalk im Nacken. Man kann wohl nicht alles haben. Ein dicker, kippender Elefant steht aber definitiv im Raum - die Kamera ist immer in Bewegung, wackelt, zittert und zieht der Spannung des Thrillers oft sämtliche Hosen aus. Das nervt! Das geht besser! Das kann einem den Krawallgenuss schon deutlich verhageln. Und dabei reagiere ich sonst noch nichtmal wirklich negativ auf diesen Stil... Wenn er denn passt! Tut er hier nicht. Und das kann dann selbst ein grandios aufgelegter Denzel nur noch teils rausreißen...
Fazit: Starbesetzt und durchaus krachend. Vor allem Washington ist eine Legende und hier völlig leinenlos. Die lästige Wackelkamera und etliche meilenweit einsehbare "Twists" lassen "Safe House" aber nicht aus seiner gewohnten, guten Actionumgebung ausbrechen.