Nach dem überragenden Erfolg der 1987er-ZDF-Weihnachtsserie Anna wurde als Draufgabe recht kurzfristig noch ein Kinofilm produziert, der immerhin so um die zwei Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser lockte & wie die Serie von Frank Strecker inszeniert wurde. Wahrscheinlich fühlt sich der Streifen deshalb auch wie ein TV-Film an, was mich als Fan des Sechsteilers aber kein bisschen stört.
Anna (Silvia Seidel) ist mit dem querschnittsgelähmten Rainer (Patrick Bach) liiert & hat zusammen mit ihrem aus Amerika stammenden Tanzpartner David (Jon Peterson) ein Engagement in Ingolstadt. Ihre ehemalige Lehrerin Valentine d'Arbanville (Eléonore Hirt) ist nach wie vor von ihrem Talent überzeugt & borgt sie aus, damit sie in einer Aufführung zu Ehren von Irina Kralowa (Milena Vukotic) in München mittanzt, schließlich hat sich dort mit George Mamoulian (Anton Diffring), dem Leiter einer renommierten New Yorker Ballett-Akademie, hoher Besuch angekündigt.
Der Film tritt einige Zeit auf der Stelle & schildert, was die liebgewonnenen Figuren jetzt so treiben. Das ist bisweilen etwas brav & bieder & hätte durchaus mehr Pep vertragen können. Danach ergeben sich die erwartbaren Probleme. David ist in Anna(nas) verknallt, Rainer kämpft mit der Eifersucht, das große Drama lässt nicht lange auf sich warten & irgendwann steht Anna vor der Frage: Kann man beruflichen Erfolg & privates Glück unter einen Hut bringen? Neben der Anna gibt hier auch Anton Diffring (der im selben Jahr in Frankreich für René Chateau & Jess Franco Gesichter verpflanzt hat) seine Abschiedsvorstellung.
Trotz einiger Defizite, sowohl im schauspielerischen wie auch im technischen Bereich, ist Anna - Der Film ein sehr schöner Abschluss des Stoffes & ich finde es einfach toll, die Anna noch ein weiteres Stück auf ihrem Weg begleitet haben zu dürfen. Silvia Seidel bezaubert einmal mehr mit ihrem natürlichen Charme & tänzerisch ist sie ebenfalls top, mit der Carmen-Interpretation als beeindruckendem Höhepunkt. Überhaupt brauchen sich die Tanzdarbietungen nicht vor der internationalen Konkurrenz zu verstecken. Zum Drüberstreuen gibt's noch ein paar hübsche Impressionen von New York.