Review

Der an einen Rollstuhl gebundene Autor Monte Wildhorn, bekannt für seine Wildwest-Romane, hat seit dem Tod seiner Frau vor sechs Jahren die Freude am Leben und am Schreiben verloren. Daher zieht er unwillig auf Anregung seines Neffen Henry über den Sommer in das hübsche, ruhige Örtchen Belle Isle. Dort lernt er die alleinerziehende Charlotte und ihre drei Töchter kennen. Die mittlere, Finnegan, will von ihm lernen, wie man Geschichten erfindet und wird dadurch zu seiner neuen Muse.


Was Kindern an Lebenserfahrung fehlt, machen sie oft mit Herzlichkeit, Liebe, Bewunderung und, so man Glück hat, grenzenlosem Vertrauen wett. Und wenn man ihnen zuhört, ihnen Aufmerksamkeit schenkt und sie vor allem ernst nimmt, wird man ein wichtiger Teil ihres Lebens und hinterlässt Spuren, auch wenn man selbst keine Kinder hat. Doch Kinder geben eben auch etwas zurück, etwas elementar Wichtiges, nämlich das Gefühl gebraucht zu werden.

Letztlich ist dies schon alles, worum es in The Magic of Belle Isle geht. Ein alter Mann, der glaubt, nichts mehr vom Leben erwarten zu können und deshalb seinen Gram in Alkohol ertränkt, trifft auf ein lebenslustiges, wissbegieriges Mädel, das sich mit dem Griesgram anfreundet, fordert und so daran erinnert, dass das Leben schön ist, auch nach schweren Verlusten oder Schicksalsschlägen. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen und das Lachen eines Kindes ist schon eine ziemlich große Sache.

Und so passiert in diesem rundum positive Vibes ausstrahlenden, herzlich schönen Film gar nicht so arg viel. Monte muss die Kids hüten, erzählt kurze Geschichten, versucht sein Image als Griesgram aufrechtzuerhalten, obwohl er innerlich ein sehr freundlicher Zeitgenosse ist und sich sogar um einen behindert Jungen aus der Nachbarschaft kümmert. Kleinigkeiten eben, humorvoll verpackt, die den Film zu keiner Zeit langweilig werden lassen. Im Gegenteil, in dieser Form hätte für mich auch noch ein Stündchen länger laufen können.

Die Kids sind liebenswert, Virginia Madsen als ihr Mom eh, Kevin Pollack hat einen kurzen Auftritt und Morgan Freeman ist eh über jeden Zweifel erhaben und liefert wie gewohnt eine top Perfomance ab.


Schönes Feelgood-Movie, das nie langweilig oder übermäßig rührselig wird. Fein gespielt und inszeniert mit Gespür für die kleinen Momente. Und mit Hund. Sehenswert.

Details
Ähnliche Filme