Review

Nach unter anderem den starken Beiträgen des Regisseurs Hans-Christian Schmidt von 23, REQUEM und STURM in den letzten Jahre liefert er mit WAS BLEIBT wieder erstklassige Drama-Kost ab. Mittels ultra-realistischer Dialoge und einfach nachvollziehbarer Probleme einer Familie wird die Geschichte ganz langsam aufgebaut und die Spannung nimmt genau so zu wie die immer mehr sichtbaren Spannungen in der Familie. Durch diesen Realismus ist die mögliche Identifikation so groß, dass ich am Ende des Films das Gefühl hatte diese Familie und ihre Probleme persönlich zu kennen!

Es geht um den Umgang mit Krankheit, Angst, Ungewissheit, Liebe, Eifersucht, Wünsche und das austragen von intimen familieninternen Konflikten. Nach ca. 60 Minuten der schlanken rund 85 Minuten Laufzeit gibt es eine ungeahnte dramatische Wendung welche die Familie vollends vor große Belastungen stellt. Diese werden aber stets ohne übermäßige Pose, gerade Dialoge ohne Pomp und falsche emotionale Übersteigerung vorgetragen. Es verbleibt stets eine Distanz zum Zuschauer aber dennoch wird man ergriffen. Gestützt wird diese Stimmung von einer sehr zurückhaltenden leisen Musik die nie störend wirkt.

Regisseur Schmidt arbeitet schön die Konflikte heraus die jahrelang nicht angesprochen wurden. Alle vermeintlich doch so eingespielten Rituale und Beziehungen werden in Frage gestellt und geraten durcheinander. Schauspielerisch können die Protagonisten Lars Eidinger, Corinna Harfouch, Ernst Stötzner und Sebastian Zimmler allesamt überzeugen. Freunde von realistischen Dramen mit offenen Enden, abseits von üblicher weichgespülter Happy-End Dramatik, die bis an die Schmerzgrenze geht und nach dem Abspann noch lange weiterwirkt, können hier bedenkenlos zugreifen.

7/10 Punkten

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