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Das ganze Look und die aufwendige Ausstattung von NOT FADE AWAY ist voller schöner Nostalgie wenn man auf die Musik, die Mode und das Lebensgefühl dieser Zeit steht. Es beginnt auch gleich mit historischen Musikausschnitten und dann erleben wir die Zeit aus der Sicht unserer jugendlichen Protagonisten, ihren Auseinandersetzungen mit den Erwachsenen und erste Erfahrungen mit berauschenden Substanzen und ebensolchen erotischen Gefühlen.

Es ist ein recht konservativ wirkendes coming-of-age Drama im Kontext einer versuchten Musikerkarriere in dieser Zeit. NOT FADE AWAY hat quasi autobiografische Züge und balanciert ganz nett und gelungen zwischen Ernsthaftigkeit und Komödie. Der Idealismus und die Suche nach der eigenen Identität der Beteiligten sind sehr gut spürbar und die Lockerheit zum einen, aber auch äußerliche Souveränität der Hauptfiguren zum anderen sind spürbar.

Die Geschichte an sich ist weder komplex, noch außergewöhnlich, noch bleibt sie irgendwie im Langzeitgedächtnis haften. Regisseur David Chase ist es jedoch in NOT FADE AWAY gelungen, das Gefühl von Jugendlichen zu dieser Zeit, die für Musik begeistert sind, zu transportieren. In den letzten 15 Minuten fehlt für mich die Dichte in der Atmosphäre wie sie vorher zu spüren war. Auch der ein oder andere Darsteller versucht etwas über die Maßen cool und "original 60ties" zu wirken und scheitert dabei.

Nicht jeder Handlungsstrang wirkt im Nachhinein nötig oder findet ein befriedigendes Ende. Am Ende fragt man sich schon ein wenig, wie und warum diese einzelnen losen Handlungsfäden den eigentlich zusammenhängen und was die Macher sich dabei gedacht haben. Es verbleibt der Eindruck eines doch etwas durchwachsenen Dramas für Fans dieser Zeit und zugegeben authentisch wirkendem Soundtrack, der am besten von Menschen nachvollzogen und gewürdigt werden kann, die in dieser Zeit selbst mit Musik ihr Brot verdienen wollten.

5/10 Punkten

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