Review

Nicht Fisch, nicht Fleisch…..(doch, sorry, viel Fleisch….)

CHERRY – WANNA PLAY? bewegt sich zwischen allen Stühlen und fällt sogar zwischendurch. Die Geschichte des hübschen und naiven Mädchens, was sich sein Geld durch Internet-Erwachsenenfilme verdienen will, ist so trivial wie ausgelutscht. Was von dem Film übrig bleibt im Nachhinein, sind einige ästhetische Bilder auf dem Niveau von entsprechenden Hochglanzmagazinen und genauso viel nachhaltigen Mehrwert wie diese liefert uns CHERRY als Film. Einen sehr überschaubaren.

Unter minimalen Ansprüchen – um zumindest einen positiven Faktor zu definieren - ist die zeitgemäße Darstellung der Frau als Souverän ihrer eigenen Lust und nicht als willenloser Spielball einer männerdominierten Welt. Dieses Eis ist allerdings ganz dünn und CHERRY spielt nicht, sondern nutzt ganz tumb genau die Ästhetik der Industrie, von der er sich vielleicht zumindest etwas distanzieren will. Dabei ist der Film für einen US-Streifen recht explizit, ohne jedoch wirklich mit seiner FSK 16 europäische Tabugrenzen zu überschreiten.

Wer also CHERRY wegen offenherziger Szenen denkt sehen zu müssen wird genauso enttäuscht wie der Filmfan nach der Suche nach einer interessanten Story. Ashley Hinshaw als Angelina kann durchaus überzeugen. Das gelingt ihr allerdings mehr durch ihren natürlich wirkenden Körper als durch variables Darstellungsvermögen. Sie ist durch und durch zwar die Verkörperung männlicher Phantasien, aber weniger das was sich ein Cineast von einem Darsteller wünscht.

James Franco, der sich seit einigen Filmen wie SPRING BREAKERS oder INTERIOR. LEATHER BAR für mich bislang gekonnt an der Grenze Arthouse, Kunst und Overground bewegt, kann sein darstellerisches Talent als Anwalt Francis in CHERRY nicht im Geringsten ausschöpfen. Dazu verbleibt alles zu sehr an der Oberfläche, fließt so dahin, ungreifbar und ohne Ecken und Kanten, einfach nur weichgespülte Softerotik ohne eine auch irgendwie ergreifende Geschichte dahinter. So was gab es in allen Jahrzehnten bislang schon, meist aber besser.

So verbleibt CHERRY auch genau an dieser Oberfläche zwischen lauem Erotikdrama, Softsex-Filmchen und Indie-Schmonzette, die an ihrem selbstgesetzten Anspruch weitgehend scheitert. Für einen lauen Sommerabend so ganz nebenbei als banaler Aufwärmer verklemmter Gemüter für was auch immer, mag der Film noch vielleicht einen minimalen Wert besitzen. Davon abgesehen kann und sollte man den Film ganz schnell wieder vergessen.

3/10 Dildos....äh,....Punkten

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