Kohlenstoffdioxyd ist zwar ein wichtiger Bestandsteil der Photosynthese, doch in erhöhter Konzentration ist CO2 in weniger als einer Stunde tödlich. So erging es 1986 rund 1700 Menschen in der Nähe des Nyos-Sees in Kamerun, als aus diesem aufgrund einer Eruption Gas ausströmte. Vage angelehnt an dieses traurige Ereignis ist vorliegender SciFi-Thriller, dem die ständigen Rückblenden jede Form von Drive rauben.
Nach einem kurzen Beben wird eine erhöhte Menge Co2 aus einem See freigesetzt, was die Wissenschaftler Ethan und Paige gerade noch rechtzeitig bemerken. Mithilfe von Sauerstoffgeräten bahnen sich ein paar Überlebende einen Weg aus dem kontaminierten Gebiet, doch die unsichtbare Gefahr ist nur schwer einzuschätzen…
Viele Effekte benötigte Regisseur John Depew für seinen Streifen nicht, auch wenn er die Gefahr phasenweise durch leichten Nebel zu untermauern versucht. Hier und da blubbert es im See, regelmäßig werden herumliegende Opfer aus der Distanz eingebunden und einmal explodiert eine Sauerstoffflasche mithilfe minderwertiger CGI. Die Wirkung der Bedrohung liegt somit an der Dramaturgie und den Stärken der Mimen und leider funktioniert beides nicht so recht.
Die Figuren sind zwar ausreichend charakterisiert und es gibt ein bis zwei minimale Sympathieträger, doch die eigentliche Handlung wird stets von Flashbacks unterbrochen, welche nur selten notwendige Hintergrundinformationen liefern und das Geschehen allenfalls noch breit getretener erscheinen lassen als es ohnehin schon wirkt. Paige unter Druck durch den Arbeitgeber, Ethan und Paige in der Phase des Kennenlernens, dann ein eklatantes Missverständnis, - alles Aspekte, welche weitaus knapper, wenn überhaupt abgehandelt werden könnten, um dem eigentlichen Fokus mehr Drive zu verleihen.
Richtig spannend wird es lediglich ein Mal, als die Gruppe versucht, eine marode Brücke zu überqueren und atmosphärisch dichter gerät die Geschichte, als Hilferufe aus der Geisterstadt erklingen, während die Überlebenden mit O2-Flaschen durch die leeren Straßen schleichen, was ein wenig an apokalyptische Zombiefilme erinnert. Ansonsten ist die Gefahr zu wenig greifbar, auch wenn einige Figuren zwischenzeitlich gegen anstehende Ohnmacht ankämpfen und mit Mühe oder in letzter Sekunde an rettenden Sauerstoff geraten.
Es mangelt an Tempo, an Action ohnehin und lediglich gegen Finale ist etwas mehr Pfeffer im Spiel, jedoch wird auch der moralinsaure Finger erhoben, was im Kontext mit der historischen Katastrophe in Kamerun beinahe anmaßend erscheint.
Als ernst zu nehmendes Öko-Drama geht der Stoff ohnedies nicht durch, da der Fokus zu sehr auf einzelne Individuen gerichtet ist und viel zu selten Fragen nach dem wie und warum gestellt werden, doch immerhin ist man gegen Ende noch bereit, Alternativen in Sachen Energiegewinnung aufzuzeigen.
Löblich ist generell, einen Stoff zu verfilmen, der sich mit einer realen Problematik auseinandersetzt und nicht, wie viele Billigproduktionen auf hanebüchene Gegebenheiten aufbaut. Dieses hätte man jedoch um einiges mitreißender und mit mehr Spannung in Szene setzen können und auch darstellerisch sind einige hölzerne Mimen an Bord.
Darüber hinaus ist der Streifen mit über 100 Minuten deutlich zu lang ausgefallen, kleinere Hänger und diverse redundante Flashbacks unterstreichen dies.
Wer also einen packenden Katastrophenfilm sucht, wird hier nur leidlich fündig werden, da gute Ansätze oft im Keim erstickt und ungünstige Prioritäten gesetzt werden.
3,5 von 10