"Türkisch für Anfänger": Culture Clash mit Herz und Humor
Türkisch für Anfänger (2012) ist ein humorvoller, aber stellenweise überladener Versuch, die beliebte gleichnamige Serie als Kinofilm neu zu erzählen. Wer die Serie kennt, wird sich über das Wiedersehen mit den meisten Originaldarstellern freuen – allen voran Josefine Preuß und Elyas M’Barek, die als Lena und Cem wieder gut harmonieren und viele charmante Momente liefern.
Die Idee, die Handlung als Abenteuerurlaub mit Absturz-Survival-Elementen auf einer tropischen Insel neu zu inszenieren, bringt frischen Wind, wirkt aber teils konstruiert und übertrieben. Gerade die Mischung aus Klischee-Romanze, Coming-of-Age und Slapstick-Action schwankt oft zwischen witzig und gezwungen. Die Chemie zwischen den Figuren funktioniert gut, auch wenn die Entwicklung mancher Beziehungen (wie die zwischen Doris und Metin) etwas überhastet wirkt.
Positiv hervorzuheben sind die exotischen Drehorte in Thailand, die visuell einiges hermachen, sowie die musikalische Untermalung, die die jugendliche Zielgruppe anspricht. Leider verliert der Film an Tiefgang, wenn er sich zu sehr auf pubertäre Gags, stereotype Darstellungen und altbekannte Culture-Clash-Komik verlässt.
Für Fans der Serie ist der Film eine unterhaltsame Ergänzung – allerdings ohne den Charme und die erzählerische Tiefe der Vorlage vollständig einzufangen. Als eigenständiger Kinofilm bleibt er trotz netter Ideen und gutem Cast eher durchschnittlich.