Eine weitere Variante von "Hänsel und Gretel" in Horrorgestalt kommt von Regisseur Peter Winther, der vor vielen Jahren einige Male mit Roland Emmerich zusammen arbeitete und bislang überwiegend TV-Serien drehte. Sein erster Ausflug ins Horrorgenre wirkt demnach auch etwas zu harmlos, um eingefleischte Gruselfreunde in den Bann der Hexe zu ziehen.
In einem verlassenen Haus am Waldrand soll der Geist einer Hexe existieren, die sich von jungen Menschen nährt und daraufhin wieder menschliche Gestalt annimmt. Kurz vor Sonnenwende machen sich Zack und drei Freunde, sowie sein Bruder Max und dessen Freundin Sam auf, unabhängig voneinander dem angeblichen Fluch nachzugehen. Doch schon bald gerät eine unheimliche Präsenz ins Spiel...
Nach einem gelungenen Einstieg mit kleinen CGI-Blitzen, die ein wenig an "Poltergeist" erinnern und ein kleines Mädchen aus ihrem Bett verschwinden lassen, erfolgt die Einführung der relevanten Brüder, die sehr unterschiedlich mit dem Tod des soeben verstorbenen Großvaters, seines Zeichens Magier, umgehen. Zack lenkt sich eher ab und klammert die Trauer weitgehend aus, während sich Max ernsthafte Gedanken um die Existenz nach dem Tod macht und sich ebenfalls für Zaubertricks und Paranormales interessiert. Die übrigen Figuren dienen eher als Füllmaterial, wobei die Twens zumindest weitgehend sympathisch rüberkommen und nicht allzu eindimensional gezeichnet sind.
Dennoch dauert es ein wenig zu lange, bis die Hexe endlich zuschlägt, nachdem sie einem Deputy die Kehle mit einem dicken Ast öffnete. Die Behausung der Kapuzenträgerin ist zwar einigermaßen düster, doch das schlichte Inventar gruselt nicht wirklich und auch die kleinen Schauermomente mit kurz auftauchendem Schatten irgendwo am oder im Haus erschrecken nur leidlich. Zudem handeln die Protagonisten mal wieder reichlich irrational, sobald sie in Bedrängnis geraten oder die Chance erhalten, die Flucht anzutreten oder gar Hilfe zu holen.
Auch die dazugehörigen Cops scheinen noch nicht viele Einsätze absolviert zu haben, weshalb erst relativ spät Taschenlampe, Funkgerät oder Dienstwaffe gezückt werden.
Die frischen Gesichter bereichern das zuweilen etwas lahme Geschehen zumindest und auch der eher zurückhaltende Score ist einschließlich eines gelungenen Endthemas ganz passabel ausgefallen. Derweil ist die Kamera ein ums andere Mal um effektive Blickwinkel bemüht und auch zwei, drei Szenenübergänge wirken kreativ, nur die Geschichte als solche kommt nie so recht in Gang und erscheint bis zum Schluss wie weichgespülter Horror für Jugendliche, auch wenn die eine oder andere Splatterszene (Fleischwolf) dagegen spricht.
So vermag die simple Prämisse innerhalb ihrer schlichten Ausarbeitung nur selten mitzureißen, primär dem Finale mangelt es an Finesse und dramatischen Szenen und anstatt die Hexe stets ein wenig furchterregender zu präsentieren, sieht diese gegen Ende mit jungem Gesicht geradezu verführerisch aus (wenn man mal über die rund 60 spitzen Schneidezähne hinwegsieht).
Nicht gänzlich schwach, aber zu selten kurzweilig und noch seltener spannend.
4,5 von 10