Wenn ich den Satz "beruhend auf einer wahren Begebenheit" im Vorspann eines Films, im Trailer oder auf der Hülle einer DVD/Blu-Ray lese, steigt in mir schnell Skepsis auf. Zu oft wurden wahre Erreignisse in Filmen zu sehr ausgeschlachtet, oder nur angerissen um die Verkaufszahlen zu erhöhen und dem Zuschauer Realitätsnähe zu suggerieren.
Bei dem von Regisseur Craig Zobel gedrehten "Compliance" verhält sich das aber anders.
Story:
Die junge, lebensfrohe Becky (Dreama Walker) arbeitet in einem Fast-Food Restaurant. Die Spätschicht steht an und neben der Tatsache das Knappheit bei einigen Zutaten besteht, hat sich auch noch ein anonymer Lebensmittelprüfer angemeldet. Das die Managerin Sandra ( Ann Dowd) da ein wenig gestresst ist dürfte wohl selbst verständlich sein. Als man aber die Problemchen am Arbeitsplatz so langsam unter Kontrolle bekommt, erhält Sandra einen Anruf. An der anderen Leitung ist ein Polizist namens Officer Daniels welcher Becky beschuldigt eine Kundin bestohlen zu haben. Trotz der Tatsache das Sandra nicht glaubt das die junge Mitarbeiterin zu solch einer Tat fähig sei, leistet sie den Anweisungen des Cops folge und zieht Becky von ihrer Position an der Kasse ab und geleitet sie in ein Hinterzimmer. Im Hinterraum angekommen soll Sie Becky durchsuchen und weiteren Anweisungen folgen. Die Durchsuchung ist erst der Anfang, eines Alptraumes den die junge Becky in dieser Nacht erleben muss...
Wenn dieser Film nicht auf wahren Vorkommnissen welche in über 30 Fällen in der U.S.A. vorgefallen sind beruhen würde, würde man diesen Film wohl als unglaubhaft und fern von aller Logik abstempeln müssen. Die Tatsache das dass was im Film gezeigt wird, aber tatsächlich passiert ist macht den Film umso schockierender und krasser.
Die Geschichte eines Mannes der durch falsche Angaben am Telefon dafür sorgte das mehrere Frauen sexuell missbraucht und gar misshandelt wurden sorgte schon in den Nachrichten zu seiner Zeit für Empörung und Entsetzen.
Regisseur Craig Zobel der auch für das Drehbuch verantwortlich war, nimmt sich nun mit "Compliance" der Geschichte an und liefert einen Film ab, welcher ähnlich wie der Film "Das Experiment" aufzeigt wie manipulativ Menschen sein können und wie beeinflussbar so manch einer ist.
So wird im Verlaufe des Films vorallem die Managerin Sandra einer immer größer werdenden Gehirnwäsche unterzogen. Der Zuschauer dürfte sich hierbei des öfteren Fragen, wieso die einzelnen Charaktere so handeln wie sie es tun. Der normale Menschenverstand schreit dem Zuschauer förmlich an und sagt das kann doch nicht wahr sein.... doch leider war es eben so...
so muss der Filmschauer immer weiter mit ansehen wie die Lage immer drastischer wird, ohnmächtig etwas gegen die Grausamkeit zu tun, welche sich auf dem Bildschirm abspielt.
Wieso ruft man nicht auf dem Polizei Revier an?, Wieso weigern sich einige der Charaktere nicht die Anweisungen zu befolgen?
Zobel setzt hierbei nicht auf harte Bilder oder übermäßigen Einsatz von Nacktheit und schafft dadurch eine bedrückende Realitätsnahe Stimmung.
Schauspielerisch sollten drei Namen hervorgehoben werden.
Dreama Walker, Ann Dowd und Pat Healy.
Dreama Walker die einigen durch die Serie "Apartment 23" ein Begriff sein dürfte spielt die gepeinigte Angestellte sehr eindringlich und glaubhaft. Vorallem bei solch einer Rolle ist die Gefahr in Overacting zu verfallen sehr groß, daher ein Lob für Sie.
Ann Dowd als überforderte Managerin steht ihr hierbei in nichts nach. Die Entwicklung ihres Charakteres wird von ihr Glaubhaft rüber gebracht und man nimmt ihre Rolle ab.
Und schließlich Pat Healy welcher Officer Daniels spielt.
Healy versprüht durch seine Rolle eine Unsympathie und eine Ekelhaftigkeit, die es dem Zuschauer unmöglich macht ihn zu mögen. So sollen Böse in Filmen meines Errachtens sein...
Fazit:
Trotz einer Freigabe ab 12 ( Aufgrund des Covers ist ein 18er Vermerk auf der Hulle) muss ich sagen das "Compliance" zu einem der verstörendsten Dramen gehört welche ich gesehen habe.Ohne Wert auf rohe Gewalt und Sexdarastellung zu setzten lässt Regisseur Zobel ein ungutes Gefühl in der Magengegend entstehen und lässt den Zuschauer auch wenn der Abspann bereits läuft damit zurück.
8 Punkte