Review

"Sie können ihn doch nicht einfach abknallen." ... "Hab ich aber."

Ein Auftrag des Profikillers Jimmy Bobo (Sylvester Stallone) und seinem Partner Louis Blanchard (Jon Seda) verläuft nicht ganz nach Plan. Nachdem sie die Zielperson ermordet haben, schicken die unbekannten Auftraggeber den Söldner Keegan (Jason Momoa), um beide auszuschalten. Nur Jimmy kann dem Anschlag entgehen.
Polizist Taylor Kwon (Sung Kang) ermittelt in diesem Fall und stößt direkt auf den vorbestraften Jimmy. Beide tun sich zusammen um herauszufinden, wer hinter dem Mordauftrag steht und stoßen auf ein Band der Korruption bis in die höchsten Kreise.

In "Shootout - Keine Gnade" versammeln sich mit Regisseur Walter Hill ("Last Man Standing", "Red Heat") und Sylvester Stallone ("The Expendables"- Reihe, "Rambo"-Reihe) zwei Hollywood-Legenden, die den Actionfilm der 80er Jahre weit voran gebracht haben. Ihr aktuelles Werk kann aber nicht an diese Erfolge anknüpfen.

Nüchtern betrachtet hat der Film bereits ein Identitätsproblem, denn er beginnt mit einer rückblickenden Erzählung durch den Protagonisten und nicht nur aufgrund des Settings in New Orleans und der allgegenwärtigen Korruption bis in die höchsten Kreise schreit hier alles nach einem Film Noir. Stattdessen entwickelt sich der Film aber zunehmend immer stärker zu einem Action-Thriller von der Stange mit dominantem Buddy-Movie-Motiv.
Die Handlung ist gerade mal zweckmäßig und lotst die Hauptfiguren stets linear nur von einem Punkt zum nächsten, um für eine weitere Action-Sequenz zu sorgen. "Shootout" versucht zwar auch ein wenig die Charaktere zu umschreiben, mehr als verständliche Stereotypen entstehen aber nicht. Daher zündet auch die Ambition, die Andersartigkeit der beiden Protagonisten häufig für Frotzeleien zu nutzen, nicht gänzlich.

Der Humor hält sich in Grenzen und geht vor allem von kurzen, sarkastischen Sprüchen Jimmy's, meistens gegenüber seinem Partner, aus. Zudem bleibt dem Publikum ein Lachen häufig im Halse stecken, da "Shootout" kein Problem damit hat wehrlose Gegner, wenn auch stets Fieslinge, rabiat über den Jordan zu pusten.

Die raue Action ist gut über den Film verteilt, enthält aber nur im Finale durch ein dynamisches Axt-Duell ein paar wirkliche Hingucker. Bis dahin sorgen Schießereien und körperbetonte Konfrontationen für Abwechslung und einen gesunden Härtegrad durch Kopfschüsse und weiteren Bleieinschläge in diversen anderen Körperpartien.
Die Kameraführung ist dabei nicht immer vorteilhaft. Mal zu nah an den Darstellern, mal zu hektisch bei der Bewegung, was der Übersicht nicht immer hilfreich dient.

Dank dem Charisma, der Erfahrung und der physischen Präsenz von Stallone hat der Action-Thriller zumindest einen Darsteller, der nach dem Sehen in Erinnerung bleibt. Jason Momoa ("Conan", "Game of Thrones") spielt seinen Gegenspieler etwas hölzern aber artgerecht. Sung Kang ("Fast & Furious"-Reihe), Christian Slater ("Alone in The Dark", "Windtalkers", "Der Name der Rose") sowie Sarah Shahi werden kaum gefordert.

"Shootout - Keine Gnade" ist schlichtweg zu bieder und uninspiriert um Akzente setzen zu können. Die Handlung ist abgedroschen, die Figuren sind einfallslos und die Action generisch. Keine Frage, man wird unterhalten. Für mehr als einmal sehen lohnt sich der Film allerdings nicht. Knappe ...

5 / 10

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