Um lustige Filme zu machen, benötigt es eigentlich nur ein Gespür fürs Timing und treffsichere Pointen, wobei es durchaus unter die Gürtellinie gehen darf, sofern denn nicht die Zielgruppe kleiner Kinder in der oralen oder analen Phase angesprochen wird.
Das Regieduo Friedberg/ Seltzer erlangte bereits zweifelhaften Ruhm durch wenig bis gar nicht humorvolle Parodien, nun schlägt ein gewisser Herr Vince Offer in dieselbe Kerbe, denn sein auf Anarchie getrimmtes Machwerk ist eine Aneinanderreihung von Klischees und Vorurteilen.
Als Rahmenhandlung dient eine virtuelle APP, welche vom Regisseur relativ wahllos geklickt wird: So spielt Adrian Brody den schwulen "Flirty Harry", Michelle Rodriguez und Rob Schneider besprechen im Kino zum Thema "Porno Review" alte und neue Sexstreifen, aus "Jackass" wird mit mithilfe dunkelheutiger Hoodies "Blackass", während Ari Shaffir als "Der erstaunliche Rassist" unterwegs ist und mexikanische Flüchtlinge an der Grenze einbuchtet, als Fahrlehrer Asiaten denunziert und Afroamerikanern eine kostenlose Überfahrt nach Afrika anbietet...
Mit dem Schlagwort der Politischen Korrektheit wirft Offer alles in den Topf, was in irgendeiner Form zu Diskriminierung, dem Schüren von Vorurteilen, Rassismus, Sexismus und Randgruppenverunglimpfung führt.
Bis kurz nach dem Vorspann keimt zumindest eine vage Hoffnung auf, dass möglichst viele populäre Filme durch den Kakao gezogen würden, wie etwa "127 Hours in der ersten Szene oder "Das verflixte 7. Jahr" kurz darauf mit Lindsay Lohan als Marilyn in der berühmten Szene mit dem weißen Kleid. Doch ab da geht es mit der Sketchparade steil bergab.
Ari Shaffir macht einen auf "Borat" und lässt sich mit vermeintlich versteckter Kamera filmen, um etwa in einem jüdischen Laden diverse Kunden für eine Petition zu gewinnen, - eine kollektive Entschuldigung für die Kreuzigung von Jesus. Viel Fake und kaum Situationskomik, Anfeindungen und Degradierungen und nur selten so etwas wie Ironie oder gar Augenzwinkern spürbar und bei alledem viel plumpe Episoden wie der Besuch einer Nymphomanin bei einem Psychiater oder die Truppe von "Blackass" bei diversen Penisspielchen.
Humor ist, wenn man trotzdem schmunzelt und das ist zumindest bei der Choreographie zu "Sperm Lake" (auf Schwanensee basierend) gegeben und wenn in Beverly Hills zwei Welten aufeinanderprallen, ist zumindest ansatzweise ein Clou auszumachen.
Das Mitwirken einiger bekannter Mimen bringt indes fast nichts, denn Adrian Brody wirkt als Cop-Tucke in pinker Hose und selten dämlichen One-Linern schlicht deplatziert, Rodriguez und Schneider performen zwar halbwegs authentisch, doch der Auftritt von Lohan kommt bis auf die Fußfessel ohne Witz daher. Zumindest scheint Ari Shaffir in seinem Element zu sein, obgleich sich der Running Gag seiner eigenen Herkunft rasch totläuft.
Die Fragmente vagen und größtenteils zweifelhaften Humors unterhalten letztlich nur leidlich, zumal der geneigte Betrachter zwischen dummen Vorurteilen, Klischees, Halbwahrheiten und menschenverachtenden Anfeindungen unterscheiden können sollte, um nach der Sichtung nicht in eine zweifelhafte Grundeinstellung zu geraten.
Es benötigt sehr viel Bier und dennoch einen klaren Kopf, um diese geballte "political correctness" zu verkraften...
3 von 10