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"Ärger mit den Lebenden?"

Barbara (Geena Davis) und Adam Maitland (Alec Baldwin) ereilt ein plötzlicher Unfalltod. Anstatt aber im Himmel oder der Hölle zu landen, müssen sie zunächst 125 Jahre als Geister in ihrem Haus verweilen. Dieses wird jedoch sogleich von Charles Deetz (Jeffrey Jones), Delia (Catherine O'Hara) und deren Tochter Lydia (Winona Ryder) neu bezogen. Barbara und Adam wollen die Neulinge loswerden, sind aber nicht in der Lage, sie mit ihren Mitteln zu erschrecken. Daher kontaktieren sie den exzentrischen und lüsternen Poltergeist Beetlejuice (Michael Keaton), um ihm diese Aufgabe zu übertragen.

Tim Burton's "Beetlejuice" war eigentlich als düsterer Horrorfilm geplant, wurde aber kurzerhand in eine schwarze Komödie umgeschrieben. Durch seine titelgebende Figur wurde er zum Kultfilm erhoben. Sicherlich auch nur deswegen, denn abseits dieses verschrobenen Charakters bietet der Film garnicht so viel.

Sympathiefiguren sind wichtig und werden auch in "Beetlejuice" sogleich definiert. Die Maitland's bilden die Brücke zum Publikum, Familie Deetz den Gegenpol, wobei die Tochter für einen Ausnahmefall steht. Besonders charakterisiert sind die Figuren nicht. Es handelt sich hier eher um die übliche, klischeebehaftete Charakterzeichnung Burton's, die allerdings trotzdem funktioniert.

Der titelgebende Poltergeist ist die eigentliche Faszination des Films. Mit seiner verschrobenen Art und den frechen, ungezügelten Sprüchen und Bemerkungen stellt er sich schnell in den Fokus und sorgt für ordentliche Lacher. Dummerweise dauert es fast die Hälfte des Films, bis dieser endlich leibhaftig in Erscheinung tritt. Und auch dann sind seine Auftritte eher vereinzelt. Somit hat "Beetlejuice" stets Probleme mit dem Spannungsaufbau. Ohne seinen titelgebenden Protagonisten passiert einfach zu wenig, was die Handlung voran bringt. Und ohne ihn sind Gags ebenso selten.

Die Masken und das Kreaturendesign ist überaus gelungen, die Effekte nicht. Bereits 1988 war die Stop-Motion Technik veraltet, was über 25 Jahre später nur noch primitiv aussieht. Dafür kann Danny Elfman's musikalische Begleitung mit stimmungsvollen Themen überzeugen.

Ein kaum wieder zu erkennender Michael Keaton ("Batman"-Reihe, "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)") agiert hier wirklich fantastisch. Neben ihm verblassen die ebenfalls charmanten Darsteller Alec Baldwin ("Pearl Harbor"), Geena Davis ("Die Fliege", "Die Piratenbraut"), Winona Ryder ("Edward mit den Scherenhänden"), Jeffrey Jones ("Im Auftrag des Teufels") und Catherine O'Hara ("Kevin - Allein zu Haus"-Reihe) ein wenig.

Bisweilen ist "Beetlejuice" eine lustige Gruselkomödie, die sein Potential aber nicht ausspielt. Die fantasievolle Optik leidet unter einer angestaubten Technik, der Handlung fehlt es, trotz sehr einfallreicher Momente, an Höhen. Von den ca. 92 Minuten ist von der kultigen Hauptfigur einfach zu wenig zu sehen.

4 / 10

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